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Freitag, 8. März 2013

Buch - "Das Grauen in den Bergen" von Fred Ink






Titel: Das Grauen in den Bergen
Autor: Fred Ink
Genre: Horror 
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform 
Seiten: 138
Preis: 6,95 € (gebunden)/2,99€ (eBook)







Klappentext:
Ein Mann wird aus der Nervenheilanstalt entlassen und erfährt von einem mysteriösen Erbe. Die Suche nach seinen Wurzeln führt ihn tief in die Berge Neuenglands, wo zahlreiche seiner vorfahren auf grausige Weise ums Leben kamen.

Was erwartet ihn auf dem nebelverhangenen Gipfel? Welche Macht zieht unwiderstehlich an ihm und hat seine Familie ins Verderben gestürzt?

Meine Meinung (nahezu ohne Spoiler):
Obwohl ich mich im Horrorgenre nicht wirklich beheimatet fühle, habe ich mich dieser Horrornovelle angenommen – und wurde nicht enttäuscht.


Vorweg, was ich bislang mit dem Ausdruck „Horror“ präsentiert bekommen habe, hat mich nicht besonders angesprochen, da vor allem Splatter und Gore bedient wurde, und man statt Gänsehaut und einem beklemmenden Unwohlsein eher einen Würgreiz zu bekämpfen hatte. Das ist bei diesem Buch nicht der Fall! Das kann man nun natürlich als schlecht empfinden, wenn man Filme wie „Final Destination“ oder „Saw“ besonders mag, mich hingegen hat die bedeutend subtilere und wirklich angst- statt ekelerregende Atmosphäre von „Das Grauen in den Bergen“ deutlich mehr überzeugen können. Auch in dieser Geschichte geht es zur Sache, es kommen unappetitliche Stellen vor und allzu empfindlichen Menschen würde ich es nicht ans Herz legen – und das ist ja auch vollkommen in Ordnung, solange sich die Geschichte nicht einzig und allein auf diese Ekel- und kurzen Schockreize stützt, sondern sie nur notwendigerweise verwendet.

Das ist in meinen Augen, wie gesagt, sehr gut gelungen: die Atmosphäre wirkt bedrückend, hat die richtige Mischung aus Realismus und Düsternis und baut langsam aber beständig die schaurige Erwartung des Höhepunkts im Leser auf. Das war wirklich der große Pluspunkt des Buches, denn man will auf der eine Seite die Auflösung wissen, aber auf der anderen schreckt man auch davor zurück. Das wird einige Leser womöglich enttäuschen, denn es geht eben nicht Schlag auf Schlag, eine Ermordung nach der anderen, sondern in gleich bleibendem Tempo, Seite um Seite, aber auch unaufhaltsam auf das Ende zu.

Daneben gibt es jedoch noch zahlreiche weitere Punkte, die es zu loben gilt.
Inhaltlich läuft die Novelle wie gesagt langsam an, aber sie hat auch kaum bis gar keine Längen gehabt. Immer gibt es neue Fragen, neue Probleme, die es zu lösen gilt, nie reißt die Handlung ab oder steckt fest. Es wirkt dabei auch nie überhastet oder unrealistisch auf ein schnelleres Geschehen hin ausgelegt.
Das Grauen an sich baut sich langsam auf und konnte mich durch das passende Darlegen, sowie die Geschwindigkeit des Geschehens in seinen Bann ziehen.

Auch die Charaktere sind sehr gelungen. Ab und an klang der Hauptcharakter vielleicht ein wenig weinerlich und hilflos, aber angesichts des Geschehens ist das ja auch durchaus nachvollziehbar und passend. Ansonsten ist er sympathisch und handelt stets so, dass man weiß, wieso er so handelt, selbst wenn sein Handeln (durch den Plot notwendigerweise) nicht nachvollziehbar ist, und das fand ich sehr gelungen.
Auch andere Charaktere sind sehr ambivalent und nie zu engstirnig, zu nobel oder zu böse. Teils mit wenigen Worten hat man ein sehr gutes Bild von ihnen, das jedoch immer wieder durch ihr Handeln durchbrochen wird und überrascht.

Der Stil klingt teils etwas altbacken, was ja genau die Intention des Autors zu sein scheint – es spielt 1927 – teils aber auch zu modern. Alles in allem lässt er sich sehr gut runterlesen und nur bei 1, 2 Formulierungen musste ich kurz stocken.
Die Briefform ist auch sehr gut gewählt: der Hauptprotagonist schildert die Geschehnisse seiner Liebsten und spricht sie dabei natürlich auch des Öfteren direkt an oder erklärt, dass er Angaben und Namen verschleiert, damit sie ihm nicht nachfolgen kann. Das geschieht jedoch wirklich nur an passenden Stellen und bringt den Leser nie aus wichtigem Geschehen raus. Für mich hat diese „Realitätskomponente“ den Grusel noch einmal verstärkt.

Inhaltlich so wie stilistisch lehnt sich das Buch dabei an Lovecraft und Poe an, was deutlich zu spüren ist. Zwar habe ich nur wenig von den beiden gelesen, doch das es mir dennoch auffällt sagt eigentlich sogar noch mehr aus. (Vor allem auch die Phantasie-Sprache der fremden Wesen dürfte denjenigen, die mit Lovecraft vertraut sind, bekannt vorkommen.)

Außerdem bietet die Novelle noch ein Geheimnis, das ich an dieser Stelle nicht verraten möchte, das aber auch einen großen Pluspunkt wert ist!

Fazit:
Insgesamt konnte mich die Geschichte sehr von sich einnehmen. Wer groben Ekelhorror erwartet, wird hier enttäuscht werden, aber allen anderen kann ich die Novelle empfehlen: sich aufbauende Spannung, gute Charaktere, ein unsägliches Grauen in der Tradition von Lovecraft und Poe (die man jedoch beide nicht kennen muss, um Spaß an der Geschichte zu haben!) Dafür gibt’s von mir 4,5 von 5 Punkten.



Hier die Videorezension:


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