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Samstag, 23. Februar 2013

Buch - "Smaragdgrün" von Kerstin Gier






Titel: Liebe geht durch alle Zeiten - Smaragdgrün
Autor: Kerstin Gier
Genre: Fantasy, Jugendroman
Verlag: Arena
Seiten: 496
Preis: 18,95 €









Klappentext
Was tut man, wenn einem das Herz gebrochen wird? Richtig, man telefoniert mit der besten Freundin, isst Schokolade und suhlt sich wochenlang im Unglück. Dumm nur, dass Gwendolyn, Zeitreisende wider Willen, ihre Energie für ganz andere Dinge braucht: zum Überleben zum Beispiel. Denn die Fäden, die der zwielichtige Graf von Saint Germain in der Vergangenheit gesponnen hat, ziehen sich nun auch in der Gegenwart zu einem gefährlichen Netz zusammen. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, müssen Gwendolyn und Gideon - Liebeskummer hin oder her - nicht nur auf einem rauschenden Ball im 17. Jahrhundert zusammen Menuett tanzen, sondern sich in jeder Zeit kopfüber ins Abenteuer stürzen…

Rezension:
Meine Theorie traf mal wieder voll zu. Der erste und der dritte Band einer Trilogie sind immer die Besten. Oh ja, ich könnte jetzt glatt noch mal von vorne anfangen.

Nachdem Gwenn durch den Graf auf recht herzlose Art erfahren hat, dass Gideon von ihm den Auftrag hatte, sie in sich verliebt zu machen, ist sie natürlich am Boden zerstört. Vor allem, nachdem sie Gideon mit diesen Anklagen konfrontierte und er es nicht mal abstritt. Sonder den schlimmsten Satz überhaupt ausgesprochen hatte „Wollen wir Freunde bleiben?“
Aber viel Zeit um sich unter der Bettdecke zuverkriechen bleibt ihr nicht. Denn das nächste Treffen mit dem Grafen steht kurz bevor und vorher muss Gwenn unbedingt noch in Erfahrung bringen, warum Lucy und Paul so versessen darauf sind, dessen Pläne zu durchkreuzen. Und was das alles mit ihr und der Magie des Raben zutun hat.

Die Handlung fängt sehr rasant an und schafft es tatsächlich dieses Tempo und die damit verbundene Spannung bis zum Schluss zu halten. Ich habe dem ersten Treffen zwischen Gideon und Gwenn förmlich entgegen gefiebert. Es wird natürlich ein totales Desaster und jede Frau hätte ihm danach wahrscheinlich gerne den Hals umgedreht. Aber dadurch wurden die Dialoge zwischen den beiden um so spaßiger. Gwenn konnte sich zwar schon immer gut gegen seine nicht immer charmant ausfallenden Sprüche wehren. Aber jetzt, mit dieser Wut im Bauch, hat das ganze einfach noch mehr Pfeffer.
Die Funken fliegen auf jeden Fall immer noch gewaltige zwischen den beiden und so viel sei gesagt, es gibt da eine Szene, die ist einfach SOOO romantisch * seufz *.

Ich hatte beim ersten Band noch stark das Gefühl es mit einem Jugendroman zutun zu haben. Aber ich muss sagen, dies hat sich mittlerweile gegeben. Denn dadurch das Gwenn, aus deren Perspektive ja alles erzählt wird, immer reifer wird, wirkt alles einfach auch nicht mehr so kindlich oder naiv. Die Handlung an sich ist im Abschlussband auch ein bisschen düsterer und komplizierter.
Am Ende des zweiten Buches „Saphirblau“, hatte ich mich ja gefragt wie Frau Gier denn alle die entstandenen Rätsel in nur einem letzten Band auflösen will. Tja, irgendwie ist ihr Dies wirklich gelungen. Ich war total erstaunt, aber alles wird logisch und zusammenhängend aufgelöst. Selbst Fragen, die ich schon wieder ganz vergessen hatte, wurden doch noch beantwortet. Das finde ich schon sehr beeindruckend. Vor allem wenn man bedenkt, dass es trotzdem nicht in einer totalen Verwirrung meinerseits durch diese Unmengen an Informationen, endete.
Den einzigen Kritikpunkt, welchen ich in diesem Zusammenhang anbringen kann, dass es vielleicht nicht die beste Idee war, zwei Nebencharakteren so ähnliche geschriebene Namen zugeben. Besonders da Mr.Withman und Mr. Withe in diesem Band sehr wichtige Rollen spielen.

Die Autorin hat es auch geschafft, dass ich den Antihelden, sprich den Grafen wirklich gehasst habe. Denn seine furchtbare frauenfeindliche Einstellung war einfach nur zum Haare raufen. Wie kann ein Mann nur so engstirnig sein? Aber Lob an Kerstin Gier, es gehört auch Talent dazu solch eine Antipathie hervorrufen zu können.
Neben dem Grafen hätte ich Cousine Charlotte, manchmal auch am liebsten den Hals umgedreht. Denn als sie Gwenn die Wächter auf den Hals hetzt, wegen verschiedener Anschuldigungen, konnte ich Tante Maddys Kommentar „Wie konntest du nur, wir sind schließlich eine Familie.“, sehr gut nach empfinden. Jedoch wird im Verlauf der Geschichte etwas klarer, warum Charlotte ist, wie sie ist. Aber eine miese Schlange wird sie dennoch immer bleiben.

Trotz alle der bedrohlichen Dinge, die in Smaragdgrün passieren kam der Humor nie zu kurz. Gleich am Anfang kam der erste Brüller. Ich zitiere: „ Dein Blut wird die Erde tränken!“ „Hallo! Der Boden ist gefliest“. Typisch Gwenn würde ich mal sagen. Auch im restlichen Buch gab es Momente, wo es mich vor Lachen glatt vom Stuhl gehauen hat. Nicht selten wurde dies durch Xemerius geniale Kommentare hervorgerufen.

Einen kleinen Minuspunkt muss ich noch anbringen. Leider war mir das Ende dann doch ein bisschen zu vorhersehbar. Somit waren die letzten hundert Seiten nicht mehr ganz so spannend wie das da Vorige. Aber die letztliche Lösung aller Probleme war dafür nichtsdestotrotz sehr logisch und nachvollziehbar, wenn auch ein bisschen kitschig.

Rein vom Schreibstil kann ich nicht meckern. Der Roman lässt sich schnell und ohne Unterbrechungen lesen. Es wurden ein paar schöne Metaphern angebracht, die dem Ganzen stilistischen noch mehr Würze gaben.

Fazit:
Ich kann den Hype um diese Buchreihe nachvollziehen. Es ist wirklich eine wunderschöne, gut durchdachte Geschichte. Vor allem für die Romantiker unter euch kann ich „Liebe geht durch alle Zeiten“ nur empfehlen. Ich hoffe, dass die bald in die Kinos kommende Verfilmung den Büchern halbwegs gerecht werden wird.
Von mir gibt es für diesen sehr gelungen Abschluss volle Punktzahl.

Eure Püppie

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