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Donnerstag, 21. Februar 2013

Buch - "Percy Jackson - Diebe im Olymp" von Rick Riordan





Titel: Percy Jackson 1 – Diebe im Olymp
Autor: Rick Riordan
Genre: (Contemporary) Fantasy
Verlag: Carlsen
Seiten: 447
Preis: 8,95 € (Taschenbuch)








Klappentext:
Ein Halbblut zu sein ist gefährlich. Beängstigend. Meistens bedeutet es einen schmerzhaften, scheußlichen Tod.

Percy passieren zwar ständig seltsame Dinge, doch nie hätte er gedacht, dass die fiesesten Monster der griechischen Mythologie hinter ihm her sein könnten. Erst als er Zuflucht im Camp Half-Blood findet, erfährt Percy den Grund dafür: Er ist der Sohn des Meeresgottes Poseidon und wie die anderen im Camp ein Halbblut! Doch damit nicht genug, denn die Götter sind drauf und dran einen neuen Krieg vom Zaun zu brechen. Ob Percy und seine neuen Freunde das verhindern können?

„Riordan ist der Rockstar der Kinderbuchszene!“ - Publishers Weekly

Meine Meinung (ohne erhebliche Spoiler in Anbetracht des Klappentexts):
Beim ersten „Percy Jackson“-Band bin ich mir ein wenig uneins, insgesamt konnte mich das Buch aber doch überzeugen.


Als erstes fällt der arg jugendliche Stil auf. Ich bin wahrlich niemand, der etwas gegen jugendlichen Stil vorzubringen hat, aber entweder waren die Übersetzerin oder der Autor selbst nicht wirklich damit vertraut. An einigen Stellen wirkt es doch arg gewollt und auf jugendlich runtergebrochen, ohne dabei Authentizität aufbauen zu können. An anderen Stellen wirkt der Hauptprotagonist Perseus „Percy“ Jackson, der zugleich der Ich-Erzähler ist, durch seine unechte jugendliche Ausdrucksweise auch nervtötend arrogant oder ziemlich beschränkt. Insgesamt ist das Ergebnis schon noch lesbar und man gewöhnt sich auch daran, aber ab und zu – vor allem am Anfang – sind immer mal wieder Sätze dazwischen, bei denen ich mir dachte: „Muss das jetzt sein?“
Wer also ein Problem mit (unechter) Jugendsprache hat, dem rate ich eindeutig von diesem Buch ab. Alle anderen werden sich vermutlich damit abfinden können.

Das Drumherum des Buches hat mir hingegen deutlich besser gefallen! Das Cover fand ich eigentlich schon sehr interessant und es macht Lust, das Buch zu lesen, da es auch einfach mal was anderes ist. Das Buch selbst beginnt mit einer Warnung: man sollte als Leser das Buch dringend wieder weglegen, wenn man selbst in sich die Kräfte eines Halbgottes spürt, denn die haben bekanntlich ja ein äußerst anstrengendes und kurzes Leben. Auch das war in meinen Augen ganz witzig. Außerdem sind auch die Kapitel stets so interessant betitelt, dass ich selten bei einem Kapitelanfang das Lesen unterbrochen habe: „Ein Pudel gibt uns gute Ratschläge“ oder „Aus purem Zufall lasse ich meine Matherlehrerin in Dampf aufgehen“.

Inhaltlich versuche ich mal, eine Parallele zum Film zu ziehen.
Teils fand ich das Geschehen im Buch besser, weil ausführlicher, teils das vom Film, weil logischer. Es ist zum Beispiel so, dass die Helden im Film magische Perlen suchen und es darum mit bestimmten Monstern aufnehmen müssen. Im Buch hingegen laufen sie (teilweise) einfach zufällig in diese Ungeheuer, was ich doch etwas unbefriedigend und unrealistisch fand. Das war der Plot echt nur ein besserer Episodenroman.
Auch an anderen Stellen unterscheiden sich Buch- und Filmplot. Das wird sicherlich diejenigen aufregen, die das Buch gelesen, ehe sie den Film geguckt haben. Ich persönlich fand das aber sehr gut, denn wenn man das Buch schon kennt, bietet der Film (in bestimmten Sachen) eine alternative Storyline, und andersrum: wenn man den Film schon kennt, lohnt es trotzdem das Buch noch zu lesen – wenn schon nicht wegen des nicht gerade kreativen Plots, dann doch zumindest wegen des alternativen Endes. Welcher Plot von beiden letztlich besser ist, kann ich kaum sagen, denn sie haben beide Vor- und Nachteile gegenüber dem jeweils anderen.

Eine fast makabere, sehr drastische Darstellung, in der die göttlichen Kräfte gegen einen Menschen gerichtet werden – zugegeben, gegen einen ziemlich arroganten Drecksa... gegen einen ziemlich unhöflichen, aber eben doch harmlosen Menschen – fand ich unpassend in einem Kinder/Jugendbuch. Das wurde im Film deutlich besser gelöst – ich spreche vom abgetrennten Medusenkopf, für diejenigen, die Film oder Buch kennen.
Ansonsten wird die griechische Mythologie aber stets sehr moralisch dargestellt – auch wenn das nicht gerade der Realität entspricht, handelt es sich doch letztlich um ein Buch für das jüngere Publikum und das sollte man beachten! Wie gesagt: bis auf diese Stelle fand ich die Einbettung sehr gelungen.

Die Charaktere waren für mich letztlich im Buch besser. Zwar sind auch die Charaktere im Film ganz in Ordnung, aber wie es bei so einem Vergleich nun mal fast immer so ist: im Buch kriegen sie doch deutlich mehr Tiefe und mehr Facetten. Für den Filmplot wurden auch einige Charaktere ausgespart und mit anderen vermischt, das fand ich schade, denn eigentlich ist jeder Charakter des Buches es auch wert gewesen, im Film aufzutauchen. Seehr tiefgründig sind die Charaktere nicht und auch Percy als Held bleibt ein bisschen verschwommen, aber das ist auch völlig in Ordnung für ein Jugendbuch.

Fazit:
Der Plot kann nicht unbedingt überzeugen, aber er beinhaltet einige Überraschungen für diejenigen, die den Film kennen. Die griechische Mythologie fand ich interessant umgesetzt, die Charaktere waren in Ordnung und auch an den Stil kann man sich gewöhnen. Insgesamt gibt es immerhin 3,5 von 5 Sternen.  



Hier die Videorezension:



Kommentare:

  1. Also unser Colin hat es vorgestern beendet und war einfach nur BEGEISTERT! (8 Jahre)

    Ich bin mir nach deiner Rezi jetzt ziemlich sicher, dass es für ihn dann das Richtige war :-)

    lg
    Steffi

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    1. Hey!
      Als 8jähriger hätte mich dieses Buch sicherlich auch noch mehr mitnehmen können, wo man doch das Gefühl hat, dass Percy nicht geschwollen daher redet, und man auch noch kleine Ungereimtheiten verschmerzt, wenn es dafür coole göttliche Action gab ;) Wobei Bücher mich sowieso (leider) erst mit 11 und dem doch etwas dünneren Harry Potter angefangen haben zu begeistern... Schön, dass Colin da offenbar schon früher klüger ist als ich! :D
      Viele Grüße,
      David (Buchbändiger)

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    2. Harry Potter 1+2 hab ich ihm vor zwei Jahren noch vorgelesen ;-)
      Aber so hat die Liebe zu den 'Jugendbüchern' auch begonnen :-)

      Jetzt liest er Band 2 und wir hören den ganzen Tag nichts anderes als was Percy dieses und jenes mal gemacht hat :-D

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    3. Achso ;) Ja, Harry Potter gehört bei mir auch auf alle Fälle zu den ganz wichtigen Büchern meines Leserdaseins :D Als ich erfahren hab, dass meine Freundin nur die Filme kennt, wurde da direkt eine Pflichtlektüre für sie draus ;)

      Der zweite Percy Jackson-Teil liegt bei mir auch schon bereit! Den möchte ich ich auf alle Fälle auch noch gelesen bekommen, bevor - ich glaub sogar noch dieses Jahr - der zweite Film in die Kinos kommt!

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    4. Laut Internet geplant für August diesen Jahres :)

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