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Montag, 18. Februar 2013

Buch - "Kinder des Nebels" von Brandon Sanderson








Titel: Nebelgeborene – Kinder des Nebels
Autor: Brandon Sanderson
Genre: High Fantasy
Seiten: 888
Verlag: Heyne
Preis: 15,-€








Der Klappentext (wieder vom Buchrücken):
Der Untergang eines magischen Reiches – das große Heldenepos unserer Zeit 
Seit tausend Jahren ist die Erde von Asche und Nebel bedeckt, und ein unsterblicher Herrscher regiert über das versklavte Volk der Skaa. Doch der Nebel erweckt geheimnissvolle, magische Kräfte in einigen Auserwählten. Kräfte, die in einem dieser »Nebelgeborenen« einen unglaublichen Plan reifen lassen: den Obersten Herrscher zu stürzen …

Das Fantasy-Meisterwerk von Star-Autor Brandon Sanderson

Die Rezension:
Was für ein Buch! Hammer!

Also ich muss zugeben, als ich es so auf meinem Stapel liegen sah, hatte ich keine Lust darauf. Ich meine... 888 Seiten, die lesen sich nicht mal eben so. Nachdem ich mich aber durchringen konnte anzufangen und den Prolog hinter mir hatte, ließ mich das Buch kaum mehr los.

Es beginnt erst nicht so spannend, aber andererseits lockte es mich auch weiter zu lesen. Asche regnet von Himmel. Da dachte ich mir: »Okay, cool« und einige Fragen stellten sich mir. Schnell wird klar, dass der Herrschende nicht der Sympathieträger ist, sondern die unterdrückte Gruppe von Skaa. Der Herrschende wird kurze Zeit von jemanden umgebracht, den ich nicht wirklich einordnen konnte.
Danach geht es mit der geheimnisvollen Vin weiter, die ebenso schwierig einzuordnen ist, wie der vorhergehende Mann. Die beiden haben mein Interesse geweckt und ich musste wissen, wie es weiter geht. Spätestens bei dem großen »Plan« hatte es mich.

Die Charaktere... Einfach zum gern haben. Ich habe sie alle in mein Herz geschlossen.
Vin, das kleine Mädchen, die Diebin, die keine Ahnung hat, was in ihr steckt, die sich versteckt, die Situation überwacht und nicht auffallen will. Doch sie ist nicht so, wie sie erst scheint. Sie ist ehrlich und neugierig, nur hat sie auch ein kleines Vertrauensproblem, dank ihres Bruders, der sie geschlagen und später verlassen hatte. Sie macht viele neue Erfahrungen, zB war sie oft Mitglied in einer Diebesbande, nur ging es da allen nur um den besten Rang. Ihre spätere Gruppe ist ganz anders, daran muss sie sich erst noch gewöhnen. Auch was ihr Verhältnis zu ihnen angeht, ist neu. Manchmal wirkt sie wie ein unsicheres Mädchen, dann wie die starke Kämpferin und manchmal wie eine Prinzessin. Mir gefiel ihre Vielschichtigkeit und dass weder sie sich, noch der Leser sie, richtig einschätzen konnte.

Kelsier, was für ein Mann. Ich halte ihn immer noch für wahnsinnig. Er ist voller Leben, gut gelaunt und hat immer ein Lächeln auf den Lippen. Für ihn ist alles ein Spaß, zumindest behauptet er das. In seiner Vergangenheit hat er schlimme Dinge in den Gruben erlebt, wo er eigentlich sterben sollte. Statt verbittert zu sein, nimmt er das Leben wieder auf. Ich wusste allerdings nie, wie viel von seiner Art gespielt oder echt war. Sein Plan ist einfach nur wahnsinnig, kein Wunder, dass alle behaupten, er hätte den Verstand verloren. Mir gefiel, wie er mit den anderen umgegangen ist, wie er sie angetrieben und zusammengehalten hat. Er ist die Macht, die die anderen bewegt.

Zu der Bande gehören noch einige mehr, wie Weher, Hamm, Sazed, Keuler, Yeden, Marsch und Spuki. Die Jungs sind echt genial. Ich mochte jeden von ihnen, da alle so ihre Macken hatten. Insgesamt traten sie als starke und witzige Truppe auf, die ehrlich aneinander interessiert war, zusammenhielt und sich prima ergänzte.
Brandon Sanderson hat ein Gefühl für sehr gute und echte Charaktere. Ich hatte das Gefühl sie zu kennen, und durch die bestimmten Eigenschaften und Hintergründe waren sie schnell auch noch anschaulicher.

Die Handlung ist echt gut erzählt. Also wirklich sehr gut, sehr sehr gut. Es geht stetig voran, es passiert zwar viel nebenbei, doch ist das gut in den Hauptstrang eingearbeitet, sodass ich das Gefühl hatte, dass alles zum Hauptstrang gehörte. Es war spannend, auch wenn es vielleicht an Kämpfen mangelte, aber das hat mich nicht gestört, da der Rest viel interessanter war. Es wird alles sehr gut beschrieben und detailliert erzählt. Der Stil ist flüssig und geradlinig. Dazu wird es auch nicht langweilig, also mir zumindest nicht, und die ganzen Informationen sind gut in den Text eingewoben, dass es nie übertrieben wirkt. Auch mochte ich, dass die Perspektiven sehr nahe an den Personen waren und nicht allzu oft wechselten. So war ich quasi immer »dort« wo ich sein wollte und die Perspektivwechsel waren nicht so anstrengend, wie bei manch anderen Büchern, bei denen es übertrieben spannend gemacht wird. Das hat mir bei »Kinder des Nebels« wirklich gefallen. Auch war es gefühlt immer spannend, egal ob wegen dem Plan, der Fähigkeiten, oder der Mannschaft an sich.

Die Fähigkeiten, das wohl beste an dem Buch. Es gibt die Nebelinge, die je ein Metall verbrennen können, also eine bestimmte Fähigkeit haben, wie Gefühle aufwiegeln, oder besänftigen. Auch gibt es die Raucher, die ihre Fähigkeit von anderen verbergen, oder ganze Gruppen einhüllen können, sodass sie nicht gefunden werden. Andere sind unmenschlich stark und schnell, oder haben geschärfte Sinne. Sucher hingegen können diese Fähigkeiten wahrnehmen. Die letzten beiden können an Metallen ziehen oder drücken (z.B. um sich fortzubewegen). Klingt, wenn ich es erzähle, bisschen komisch, ich fand es aber genial. Nebelgeborene können alle Metalle verbrennen und einsetzen. Und das ist ziemlich cool. Sie erste Szene mit Kelsier im Kampf, der ein Nebelgeborener ist, fand ich einfach hammer. Es war wie Magie, doch etwas vollkommen neues. Auch die Ferrochemiker sind nicht zu verachten und haben geniale Fähigkeiten.
Alle Allomanten (so heißen die Metallverbrenner gesamt) und Ferrochemniker sind für mich großartig um- und eingesetzt. Damit schafft der Autor spannende und teils auch innovative Fähigkeiten, die dem Buch die richtige Würze geben.

Alles ist in einen größeren Kontext gebracht worden (wie so oft), bei dem die beschriebene Gruppe nur ein kleiner Teil ist. Auch Gesellschaftskritik kommt nicht so kurz und es ist eine gute Mischung des höfischen Lebens mit den Rebellen. Die Skaa sind minderwertig, werden ausgebeutet und umgebracht, wenn es den Herren beliebt. Der Adel rühmt sich damit, über den Skaa zu stehen. Der Oberste Herrscher ist die Übermacht und die Skaa so eingeschüchtert, dass sie sich nicht erheben. Ber auch beim Adel gibt es den ein oder anderen Querdenker, wie Elant, der die herrschende Ordnung anzweifelt. Denn was unterscheidet die Skaa eigentlich von den »normalen« Menschen? Wer ist gut und wer ist böse? Allerlei Fragen werden aufgeworfen und wurden in dieses Fantasy-Epos gesteckt.

Ein kurzes Wort zum Ende: Viele viele Wendungen (wobei ich mit Ende die letzten 300 Seiten meine), unerwartete Ereignisse, manchmal auch ziemlich verstörend. Mein Gedanke kurz vor Schluss: »Das kann es doch nicht sein! Bitte nicht!«. Man kann das Buch gut als Einteiler lesen, da das Ende zwar offen, aber dieser bestimmte Teil der Geschichte abgeschlossen ist. Ich hoffe ja, dass der nächste Band bald bei mir eintrifft.

Ach so, sonst beschwere ich mich ja, wenn es keine Karten und kein Glossar oder ähnliches gibt. Dieses Buch hat beides. Zwei tolle Karten, die vermutlich in den folgenden Bänden noch wichtig sein werden, im ersten Band jetzt nicht soooo wichtig sind. Aber ich fand es gut, das welche enthalten waren, auch wenn ich mich gut zurechtfand. Es gibt auch ein Glossar in den noch einmal die Metalle aufgelistet sind und noch einige Begriffe vorkommen. Am Anfang sollte man sich das allomantische Glossar noch nicht ansehen, das ist sonst verwirrend. Aber später ist es ganz hilfreich, wenn die Nebelinge bezeichnet werden, ganz so schnell konnte ich es mir dann doch nicht merken.

Fazit:
Das Buch ist wirklich dick, und ich glaube ich habe viele Sachen unterschlagen, aber eins ist klar: Absolute Kaufempfehlung! Neue Welt, faszinierende Fähigkeiten, coole Charaktere, kleine und große Helden, Spannung und definitiv lesenswert. Lasst euch von den vielen Seiten nicht abschrecken, es liest sich echt flott und es lohnt sich, diesem Buch etwas Zeit zu widmen.
Volle 5 Skulls von mir.
eure engelsmomente

Kommentare:

  1. Liest du denn auch die 2 (3) Fortsetzungen?

    LG
    horrorbiene

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    1. Also ich lese gerade Band 2 und werde garantiert demnächst den dritten anfangen. Sind ziemlich dick, was recht abschreckend ist, aber bin jetzt bei fast 700 seiten und bin ziemlich zufrieden =) spielst du mit dem gedanken, es zu lesen?
      lg engelsmomente

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