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Montag, 11. Februar 2013

Buch - "Kein Sex ist auch keine Lösung" von Mia Morgowski



So gar nicht mein Fall...




Titel: Kein Sex ist auch keine Lösung
Autor: Mia Morgowski
Genre: Liebeskomödie
Seiten: 318
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Preis: 4,99€







Der Klappentext:
Du: Frau Ich: Macho!Tom arbeitet in einer Hamburger Werbeagentur und ist der größte Aufreißer vor dem Herrn. Er liebt Sex und er bewundert die Frauen. Denn Frauen kämpfen durchschnittlich mit 48,2 Problemen pro Tag – allein neun davon schon vor dem Aufstehen! Natürlich möchte Tom kein einziges dieser Probleme mit einer Frau teilen. Außer dem Bett möchte er eigentlich gar nichts mit einer Frau teilen. Auch Elisa will er spätestens nach drei gemeinsamen Nächten abservieren. Aber warum geht sie plötzlich nicht mehr ans Telefon? Und ruft auch nie zurück? Tom beschließt zu handeln, denn kein Sex ist schließlich auch keine Lösung …


Die Rezension:
Also mal im Ernst, was ist das denn für ein Mist? Ich bin echt froh, endlich durch zu sein, selbst die 318 Seiten waren mir zu lang!

Es beginnt mit der Flucht vor einem One-Night-Stand. Wie auch sonst. Danach startet der »Ich will keine Beziehung haben und rumvögeln«-Monolog und zieht sich durch das halbe Buch. Laufend werden Frauen beschrieben, übertrieben, sodass es nicht mehr schmeichelhaft ist. Aber gut, was sollte man auch anderes erwarten, dennoch war es mir bisschen zu viel. Zum Glück hat der gute Tom nicht allzu oft Sex, und wenn, dann hielt sich die Autorin mit Beschreibungen zurück. Da weiß ich noch nicht, ob ich das gut oder komisch finden soll. (Schließlich ging es ja um den Sex, oder?)
Es kommt, wie es kommen muss, er trifft eine Frau, die aber nicht so leicht zu knacken ist und auf einmal scheint sich der Spieß umzudrehen. Elisa war somit meine Rettung des Buches.

Tom ist Businessman, in den Dreißigern und bindungsunfähig. Der Typ ist das reinste Klischee, redet, wie erwähnt, nur von Sex und davon, dass er keine feste Beziehung will, da die Frauen ja so anstrengend sind. Soweit bin ich noch mitgekommen und fand ihn die ersten Seiten auch nicht so schlecht. Nachdem sich das aber auf so ziemlich jeder Seite wiederholte, da wurde es mir einfach zu viel und der Charakter unsympathisch. Gut, der Leser wird ja durch den Klappentext (Tom = Macho) und so weiter gewarnt. Aber das war mir alles trotzdem zu sehr Klischee. Auch geht bei ihm alles drunter und drüber und für mich war er nur noch ein Arsch, was aber auch zu erwarten war.

Elisa, die erwähnte Rettung, ist genial. Bei ihr gefällt mir zwar auch nicht alles, aber ich liebe es, wie sie mit Tom umgeht, ihn an der Angel hat und mit ihm spielt. Dabei wirkt sie sehr unschuldig, als ob sie das nicht absichtlich macht und selbst bis zum Ende ist nicht ganz klar, wie sie wirklich ist. Fakt ist: Sie hat Tom den Kopf verdreht und er ist zu doof, um es zu merken.

Insgesamt sind die Charaktere okay, aber die Nebencharaktere sind mir die liebsten, denn sie scheinen auch noch etwas Hirn zu besitzen und sind alle etwas eigenwillig, aber dennoch sympathisch, nicht so wie Tom. Sie alle haben ihre Probleme, ihre Macken und Eigenheiten. Tom hat Freunde, auf die er zählen kann. Diese Freunde bildeten auch kleine Highlights.

Die Handlung dümpelt so ein wenig vor sich hin und so wirklich passiert nichts. Ein paar Dates, Frauen aufreißen, das übliche eben... oder so. Na ja, ich spiele es vermutlich herunter, aber wirklich viel kann ich dazu auch nicht sagen.
Ich fand gut, dass der Job nicht vernachlässigt wurde, dass der Sex/Frauen-Monolog auch mal davon unterbrochen wurde. Auch wenn die Arbeit stellenweise den Monolog und weitere Probleme nach sich zog. Aber immerhin hatte ich so das Gefühl, dass in dem Buch noch ein wenig Tiefe steckt.
Ganz witzig wird es, wenn Tom sich über Elisa den Kopf zerbricht und auf ihre Anrufe lauert, wie so ein kleines Hündchen. Ich fand witzig, dass es umgedreht wurde und nicht sie diejenige war, die vor Warterei wahnsinnig wurde. Allerdings war das Thema schnell erschöpft und auch nicht wirklich etwas neues.

So richtig gut wurde erst die zweite Hälfte, da gab es einige Momente, die waren zu gut und sehr komisch. Den Humor hätte ich mir im ganzen Buch gewünscht und nicht die durchgekauten Klischees, die eben nicht mehr witzig waren. Aber es gab einige geniale Szenen. Gern mehr davon.

Es hat sich ganz gut lesen lassen, wenn auch manchmal anstrengend und langweilig. Der Stil ist recht frei und flüssig und liest sich schnell runter. Wenn ich länger gebraucht hätte, hätte ich wohl abgebrochen, nach den ersten 40 Seiten hatte ich schon keine richtige Lust mehr. Es waren ein paar gute Verstrickungen dabei und das Zwischenmenschliche kam, trotz Tom, nicht immer zu kurz.

Das Ende war dann noch überraschend gut und Tom sogar menschlich und nicht nur der Macho-Arsch den er im restlichen Buch darstellt. Nicht wirklich überraschend, aber was anderes habe ich bei dem Buch auch nicht erwartet. Es war ganz gut und ein netter Abschluss. Zumal ich froh war, dass es endlich vorbei war.

Fazit:
Alles in allem nicht mein Fall. Der ein oder andere wird es ganz witzig finden. Mir waren es zu viele Klischees, der Hauptcharakter zu unsympathisch und die Handlung auch nicht wirklich spannend. Ein Buch, das man Lesen kann, aber nicht lesen muss.
Von mir, nur 1,5 von 5 Sternen, weil es doch stellenweise ganz lustig war und ich davon gern mehr gehabt hätte.  
eure engelsmomente

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