Seiten

Dienstag, 26. Februar 2013

Buch - "Die Regentin" von Joshua Palmatier






Titel: Die Regentin
Autor: Joshua Palmatier
Genre: Fantasy
Seiten: 491
Verlag: Bastei Lübbe
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)








Der Klappentext:
Das Mädchen Varis, aufgewachsen in den Elendsvierteln, ist die neue Regentin von Amenkor. Dazu hat der Geisterthron sie auserkoren, ein magisches Artefakt, in das die Seelen aller Regentinnen der letzten tausend Jahre eingegangen sind. Doch der Thron ist schwer zu beherrschen, und seine Macht mag ebenso zum Fluch wie zum Segen gereichen. Denn Varis kann nun niemandem mehr trauen, weder ihren Freunden noch sich selbst. In ihren Träumen sieht Varis die Stadt in Flammen. Und sie weiß, dass diese Träume wahr sind.

Die Rezension:
Klingt ja an sich nicht so spannend vom Titel her, aber es ist der zweite Band von »Die Assassine« (->Rezension), deshalb wollte ich ihn schon lesen.
Es ging recht langsam los. Varis ist inzwischen Regentin, nachdem sie den Thron besiegt und somit bestiegen hat. Es wird sich mit diversen Problemen rumgeschlagen, die im ersten Band dazu führten, dass die vorherige Regentin getötet werden sollte. Allerdings lebt diese noch. Varis ist sich nicht sicher, was sie davon halten soll, ebenso wenig fühlt sie sich in ihrer Position wohl. Den Großteil des Buches befassen sie sich also mit der drohenden Hungersnot und damit einhergehenden Problemen.

Ich fand es ein wenig langweilig und die ersten hundert Seiten kamen mir vor allem wie eine Überbrückung vor, bis die eigentliche Handlung einsetzte. Es musste eben »besprochen« werden, weil es ja die Gründe waren, warum Varis auf die Regentin angeheuert wurde. Gegen Ende machte es zwar Sinn, aber wenn es knackiger vorangegangen wäre, hätte mich das auch nicht gestört. Als es dann »losging« war es auch wieder spannende und konnte mich packen. Allerdings ließ mich der Gedanke an eine Überbrückung und/ oder Vorbereitungsphase zum dritten Band nicht los.

Gut fand ich dagegen, dass die ehemalige Regentin, Eryn, überlebt hat und Varis somit auch helfen konnte, auch wenn diese davon erst nicht so begeistert war. So konnten sie aber an Varis' Kräften arbeiten, sie verbessern und ausbauen. Das fand ich recht faszinierend, da Varis ihre Sicht, oder den Fluss, wie sie es nannte, nun besser einsetzen konnte und auch zu vielen Dingen fähig war. Das sie nicht nur ihren Geist einsetzen, sondern diese Kraft auch als Wasser einsetzen konnte, mit der sie andere körperlich verletzen kann. Was später noch wichtig wird. Auch wird näher auf das seltsame weiße Feuer eingegangen und damit umgegangen. Alles recht interessant und lesenswert.

Varis selbst hat sich auch verändert. Wenn sie im ersten Band zwar stark aber auch sehr schüchtern oder erschüttert wirkte, ist sie in diesem Buch vor allem wütend oder zornig. Das habe ich nicht immer nachvollziehen können. In Situation, wo sie sonst schluchzend in einem Versteck gehockt hätte, wird sie stattdessen wütend und barsch. Also gut, sie wurde gewaltsam und hinterhältig in ihr Amt gezwungen und sie hätte dabei sterben können, aber deshalb ewig und knapp 500 Seiten lang, laufend zornig zu werden? Ich weiß ja nicht...
Andererseits ist sie weniger zurückhalten, sie kann sie in ihrer Position beweisen und gibt nicht selten eine gute Regentin ab. Sie ist stark, mutig und hat etwas auf dem Kasten. Vor allem durch ihre Fähigkeit wird sie stärker und selbstbewusster, sodass sie sich eben nicht länger verstecken muss.

Die anderen Personen sind gut umrissen und haben eigene Eigenschaften, nur sticht kaum einer groß hervor. Ich fand gut, dass Erick wieder mit dabei war, der zu Varis Leibwächter wird, sie schützt und versucht ihr im Palast zu helfen. Die beiden verbindet eine Art Vater-Tochter-Beziehung, die sehr nahe geht.
Des weiteren mochte ich Westen, auch wenn er nicht so eine große Rolle spielt. Er ist einer von den Suchern und fordert Varis immer wieder zum Kämpfen auf, damit sie ihre Ausbildung fortsetzt und auch in dieser Hinsicht stärker wird. Er ist wie ein stiller Begleiter und steht auf ihrer Seite. Seine Unterstützung tut ihr gut und hilft ihr, sich unter den Gardisten und Suchern zu beweisen.
Auch William und Borund tauchen wieder auf, allerdings auch nicht so oft, wie ich gehofft hatte.
Wer noch heraus sticht sind Eryn und eine der wahren Dienerinnen Marielle. Ich konnte beide sehr schwer einschätzen, immerhin ist Varis gewissermaßen ihre Gegnerin. Es kommt oft zu Spannungen aber irgendwie schaffen sie es doch zusammen zu wachsen und sich zu unterstützen.

Was den Stil, die Personen und die Welt angeht, steht dieser Band dem ersten kaum in etwas nach. Gewohnt flüssig geht es weiter. Das Interessante am Anfang beruht vor allem auf Varis' Entwicklung, wie im ersten Band. Allerdings wird auch das ganze Umfeld besser beschrieben. Als Straßenkind kannte sie nur den Siel, die Elendsviertel, die Lagerhäuser und den Hafen. Dazu noch das ein oder andere Gebiet, dass sie mit Borund besucht hat. Diesmal geht es weiter, umfasst die ganze Stadt, das Meer und das Umfeld. Alles war genauer beschrieben, allerdings wäre hier eine Karte im Buch nicht schlecht gewesen, da die Aufteilung, vor allem gegen Ende, recht wichtig gewesen wäre. Es ging auch so, aber ein paar mehr Informationen hätten nicht geschadet.

Das Buch selbst ist in sich abgeschlossen, allerdings kann ich mir recht gut vorstellen mit was es weiter gehen wird, da der letzte Satz nun mal sehr eindeutig war und es auch zu einfach gewesen wäre, wenn alles vorbei wäre.

Fazit:
Gut geschrieben, starker Protagonist, aber teilweise hat es seine Längen. Wer den ersten Band gelesen und für gut befunden hat, kann sich auch den zweiten Band zulegen. Ich fand ihn vor allem wegen Varis' Kräften und ihrem Auftreten als Regentin lesenswert. Wäre es aber ein einzelner Band, wäre er wohl nicht so gut. Der dritte Band liegt schon auf dem SuB und wird demnächst in Angriff genommen!
Ein guter zweiter Band. 

3 von 5 Sternen von mir.
eure engelsmomente

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen