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Sonntag, 17. Februar 2013

Buch - "Die Palm-Beach-Verschwörung" von James Patterson






Titel: Die Palm-Beach-Verschwörung
Autor: James Patterson
Genre: Krimi
Verlag: Goldmann Verlag
Seiten: 352
Preis: 8,95








 Klappentext:
Um seiner Freundin Tess ein Luxusleben bieten zu können, willigt Ned Kelly ein, als sein Cousin Mickey ihn für einen Kunstraub engagieren will. Aber der Coup geht schief, Mickey und seine Mithelfer werden erschossen. Als auch Tess ermordet wird, flieht Ned zu seinem Vater. Doch längst ist die Polizei hinter ihm her, für die Ned der Hauptverdächtige ist. Nur die attraktive FBI-Agentin Ellie Shurtlett glaubt ihm. Gemeinsam kommen sie einer Verschwörung auf die Spur, in die auch Neds Vater verwickelt zu sein scheint …

Rezension:
Ganz ehrlich. Ich habe keine Ahnung wie dieses Buch in mein Regal gelangt ist. Aber ich hätte es ruhig weiter ignorieren können. Es ist wirklich kein hochgradig spannender Krimi.

Die Geschichte fängt schon sehr unlogisch an. Der Protagonist, Ned Kelly, trifft sich mit einer Strandbekanntschaft, Tess. Sie landen auch so gleich im Bett und plötzlich ist es die ganz große Liebe. Er bricht dann auf, um mit seinen kleinkriminellen Freunden den großen Coup durchzuziehen. Tja, dieser geht gründlich schief. Die Gruppe wollte in einer schicken Ville Gemälde im Wert von mehreren Millionen stehlen. Doch diese waren schon weg, als sie dort eintrafen. Der ganze Abend endet letztlich damit, dass alle seine Freunde, inklusive Tess, tot sind. Er ist nun der Hauptverdächtige in einer Mordserie bzw. einem Kunstraub und flieht. Auf die Spur kommt ihm dann eine FBI-Agentin mit dem Namen Ellie. Die zweite Protagonistin, dieses 08/15 Romans.

Zunächst muss ich hier anbringen, dass das Buch um Längen hätte besser sein können, wenn die Übersetzung nicht so miserabel wäre. Die Sätze fangen seitenlang immer wieder mit einem Pronomen an, was das ganze recht einfallslos gestaltet. Auch kam ich ziemlich ins Stocken, als bei der verängstigten Haushälterin der Adamsapfel hüpfte. Ich glaube, in Biologie war entweder der Übersetzer oder der Autor selbst nicht besonders gut.

Dieses grade mal 350 Seiten lange Buch hat sage und schreibe 120 Kapitel. Dadurch wurde mein Lesefluss ständig unterbrochen. Wenn ich wenigstens einen Sinn hinter diesen Kapiteleinteilungen erkannt hätte, wäre es vielleicht nicht ganz so irritierend gewesen. Aber zumeist setzt die Handlung des neuen Kapitel genau da ein, wo es zuvor endete. Ich meine, nach Ende eines Kapitels erwartet man doch ein Bruch oder Perspektivenwechsel. Da dies manchmal sogar zutraf, wurde es nur noch verwirrender.

Ein weiterer Punkt, der mich gestört hat, waren die häufig auftretenden Rückblenden. Das kann ja ganz interessant sein, wenn dadurch die Geschichte vorangetrieben oder die Spannung gesteigert wird. Hier jedoch hatten diese Blicke in die Vergangenheit überhaupt keinen Bezug zur eigentlichen Handlung. Außerdem traten sie an den merkwürdigstens Stellen auf. Zum Beispiel mitten in einer Verfolgungsjagd um Leben und Tod fällt Ned plötzlich eine Szene aus seiner Highschool Zeit ein.

Ned an sich war mir nicht unsympathisch, aber besonders vielschichtig ist er nun auch nicht. Mit anderen Worten: ein langweiliger Stereotyp. In seinem Leben ging einiges schief, woran er nie die Schuld trägt. Natürlich ist er unheimlich nett, sieht gut aus und trägt das Herz am rechten Fleck. Seine Entwicklung im Laufe der Geschichte ist zudem nicht vorhanden. Am Ende ist er derselbe Träumer wie am Anfang. Dies finde ich ziemlich unlogisch, denn, wie ja schon erwähnt, sterben all seine Freunde und sein Betthäschen Tess. Auch im weiteren Verlauf sterben zusätzliche Personen aus Neds familiärem Kreis. So etwas lässt einen normalen Menschen doch nicht einfach kalt. Ja klar, er ist zunächst auch traurig und am Boden zerstört. Aber es sterben wirklich viele und an Neds seelischer Verfassung geht das mehr oder weniger spurlos vorbei.

Auch seine „Beziehung“ mit Tess war sehr oberflächlich und suspekt. Nach einem Nachmittag im Bett ist sie die große Liebe. Schön und gut, das kann ich ja noch irgendwie akzeptieren. Aber als er dann herausfindet, dass sie eigentlich eine Edelhure ist und mit dem „Oberbösen“ geschlafen hat, ist sie für ihn nur noch die arme Nutte, welche auf die schiefe Bahn kam. Zudem bändelt er schon zwei Tage nach ihrem Tod mit der FBI-Agentin an. Die ist dann natürlich auch die große Liebe.

Ellie war zwar nach einem alt bekannten Muster gestrickt. Aber ihre Beweggründe konnte ich um einiges besser nachvollziehen. Sie ist eine kleine (1,50 m), toughe Frau, welche sich in der rauen Männerwelt des FBIs durchsetzen muss. Dies gelingt ihr auch ganz gut. Außerdem fand ich ihren Wortwitz und Sarkasmus ganz unterhaltsam. Ein zusätzlicher Lacher entstand durch eine weiteren Übersetzungsfehler. Denn die 1,50 m große Ellie reitet die Wellen mit einem Kajak, welches sie sich am Strand dann unter den Arm klemmt und nach Hause läuft. Jaja diese Frau ist wirklich Wonderwoman.

Der nächste ungewollte Brüller folgt zugleich, denn als Ned und Ellie dann endlich herausgefunden haben, wer nun der Böse ist, nennen sie ihn drei Kapitel nicht beim Namen, damit mehr Spannung für den Leser erzeugt wird. Allerdings ist sonnenklar, wer gemeint ist und somit sind diese „mysteriösen“ Umschreibungen sehr witzig.

Ein Lichtblick bei diesem Roman sind die Nebencharaktere. Denn sowohl Neds durchgeknallter Kumpel George, als auch sein Arbeitgeber Sollie haben ihre großen Momente und machen die Story dann doch manchmal etwas spannend.

Ich will jetzt hier nicht groß spoilern, aber das Ende hat dem ganzen das i-Tüpfelchen aufgesetzt. Es wird alles gut. Die Bösen sterben und die Guten werden steinreich und bekommen wundervolle Kinder. Ich hasse solche erzwungen Happy Ends.

Fazit:
Das Spannendste an diesem Roman ist die Frage, wie er überhaupt in mein Regal kam. Auch wenn ich jetzt viel geschimpft habe, ist er nicht grottenschlecht. Aber eben ein simpler Krimi ohne jegliche Überraschungen.
Empfehlenswert ist das Buch in dem Sinne nicht, aber als Strandlektüre auch nicht gänzlich ungeeignet. Von mir gibt’s 2 Skulls.
Eure Püppie

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