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Mittwoch, 6. Februar 2013

Hörbuch - "Die Königliche" von Kristin Cashore



Titel: Die Königliche
Autor: Kristin Cashore
Sprecher: Vanida Karun
Genre: Fantasy
Länge: 9 h 35 min (gekürzt)
Preis: 17,95€ (erhältlich bei audible.de)



Klappentext:
Seit dem Tod ihres tyrannischen Vaters ist Bitterblue die alleinige Herrscherin eines ganzen Königreichs. Während sie langsam in ihre Aufgabe hineinwächst, muss sie sich unausweichlich der Vergangenheit stellen: Wer war ihr Vater wirklich? Für ihre Nachforschungen schleicht sich Bitterblue Nacht für Nacht verkleidet aus dem Schloss, schließt unter falschem Namen ungewöhnliche Freundschaften, verstrickt sich ihrerseits in ganz neue Lügen und begibt sich in große Gefahr...

Rezension:
Sinnlos, war mein erster Gedanke, nachdem ich das Hörbuch beendet hatte. Denn eigentlich endet die Handlung da, wo sie begann.

Die Geschichte handelt von der nun erwachsenen Bitterblue, welche schon im ersten Roman (Die Beschenkte) eine kleine Nebenrolle spielte.
Diese ist nun Königin von Monsea, nachdem ihr wahnsinniger Vater Leck von Katsa getötet wurde. Dank der grausamen Herrschaft von eben diesem, ist das Land ziemlich am Ende und durchtränkt von Lügen.
Bitterblue probiert in die Rolle der Königin hinein zu wachsen und dabei die Zustände in ihrem Reich zu verbessern.

Die Autorin hätte soviel aus der Anfangssituation machen können. Leider, leider fehlte ihr wohl der nötige Einfallsreichtum. Denn die ganze Handlung dreht sich mehr oder weniger im Kreis.

Bitterblue möchte mehr über die grausigen Taten ihres Vaters erfahren und nachdem ihr dies gelungen ist, bereut sie es sofort, weil es sich ja, wie bereits vorher vermutet, um grausige Taten handelt. Sie schwelgt danach eine Weile in Selbstmitleid, was für einen schrecklichen Vater sie doch hatte und wie unfähig sie doch als Königin ist. Erholt sich dann aber recht schnell, nur um das ganze Spiel wieder von Neuem zu starten und neue grausige Dinge über ihren Vater in Erfahrung bringen zu wollen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich, dass Bitterblue sich eigentlich nie selbst in Gefahr begibt, geschweige denn überhaupt mal einen Finger krumm macht.
Ihr Lieblingssatz ist anscheinend „Könntest du mir einen Gefallen tun?“ und einfach jeder macht worum sie einen bittet. Das ist total unlogisch und macht all Jene, die ihre Wünsche erfüllen, irgendwie zu Witzfiguren.

Ich meine Katsa, eine mir aus dem ersten Teil, als unglaublich starke und freiheitsliebende, bekannte Person, tanzt auf einmal nach der Pfeife eines naiven kleinen Göres. Das erscheint mir sehr an den Haaren herbei gezogen.

Ihr merkt sicher schon, ich mag Bitterblue nicht besonders und es ist wirklich schwierig sich für ein Hörbuch begeistern zu können, wenn man die Protagonistin unsympathisch findet.
Schlimmer wird es nur dadurch, dass auch einige der Nebencharaktere sehr suspekt sind.

Da wäre zum Beispiel Saf, mit welchem Bitterblue anbändelt. Er hätte wirklich ein interessanter Charaktere werden können. Aber wieder einmal hat Frau Cashore alle guten Ansätze im Keim erstickt. Zu beginn der Geschichte ist er ein Beschenkter Dieb (er weiß nicht, welche Gabe er hat), welcher Sachen zurückstiehlt, in deren Besitz sich Leck zu Zeiten seiner Herrschaft brachte. Bitterblue lässt ihn über ihre wahre Identität im Dunkel, um so mehr über die Zustände in Monsea in Erfahrung bringen zu können. Kurze Anmerkung: Dies ist auch gleichzeitig das einzige Mal, dass die Königin selbst zur Tat schreitet.
Jedenfalls findet Saf es natürlich irgendwann raus und an dieser Stelle hat die Autorin die ganze Story einfach ruiniert. Denn wie ein kleines bockiges Kind stiehlt Saf nun die Krone und verkauft sie an irgendwelche zwielichtige Händler. Das das zur Konsequenz hat, dass er wegen Hochverrat angeklagt werden könnte, ist ihm total gleichgültig.

Was für ein Irrsinn! Den Rest der Handlung muss er sich vor dem Gesetz verstecken und Bitterblue ist, als Königin, nicht dazu in der Lage seine Weste wieder rein zu waschen.
Somit ein weiterer guter Ansatz den die Autorin sofort ins absolut lächerliche zog.

Einer der wenigen Lichtblicke des Romans sind Katsa und Bo. Mal davon abgesehen, dass diese sonst so starken Charaktere nach Bitterblues Pfeife tanzen. Sonst jedoch haben sie nichts an ihrem Charme aus dem ersten Band verloren und ihre Dialoge versprühen immer noch einen ungemeinen Esprit.


Es ist wirklich schade, dass die Autorin nicht mehr aus den Begebenheiten machte. Denn die Welt um Monsea ist voll von originellen Ideen, die nur darauf gewartet haben, erzählt zu werden. Ich finde die Gaben der Beschenkten wahnsinnig interessant, denn Menschen mit verschiedenfarbigen Augen besitzen die unterschiedlichsten Fähigkeiten und werden von der Gesellschaft entweder verehrt oder gefürchtet. Auch Lecks Beweggründe für seine grausigen Experiment und der Gleichen hätten, wenn sie näher beleuchtet worden wären, viel guten Stoff hergegeben. 
Aber nein, Frau Cashore versteifte sich auf die unwichtigen Intrigen am Hofe, welche schon in so vielen Facetten wiedergekäut worden.

Immerhin hat sie nichts von ihrem stilistischen Talent eingebüßt, da die Sätze immer noch schön melodiös formuliert sind und Beschreibungen gut veranschaulicht wurden.

Sprecherin:
Die Sprecherin Vanida Karun rettet so einiges. Denn sie ist ein echtes Stimmengenie. Ich liebe es ja, wenn Redner das Talent besitzen jeder Rolle eine andere Stimme zu geben und sie ist sozusagen mit der Gabe dessen beschenkt. Vor allen ihre Dialekte, mit welchen sie manch eine Person versah, waren wundervoll anzuhören.

Fazit:
Zum Glück habe ich mir nicht das Buch sondern das Hörbuch gekauft. Sonst hätte ich dieses wohl spätestens nach der Hälfte frustriert in die Ecke geschmissen.
Die einzigen positiven Aspekte dieser Geschichte sind die originellen Grundideen und die Sprecherin. Somit kann ich dieses Hörbuch nicht empfehlen, selbst wenn man die vorherigen Bände gelesen hat, kann auf Die Königliche getrost verzichtet werden.
Von mir bekommt das Hörbuch grade mal 1,5 Skulls.
Eure püppie


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