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Freitag, 15. Februar 2013

Buch - "Die Dämonenfängerin - Seelenraub" von Jana Oliver








Titel: Riley Blackthrone – Die Dämonenfängerin: Seelenraub
Autor: Jana Oliver
Genre: Fantasy
Seiten: 498
Verlag: Fischer
Preis: 16,99€ (gebunden)







Der Klappentext:
Riley Blackthorne, Dämonenfängerin in Ausbildung, steht ihr Job sonst wo. Nach dem Überfall der Dämonen auf ein Zunfttreffen sind viele ihrer Kollegen tot oder verletzt – ihr Freund Simon liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Ihr Vater ist von einem mächtigen Totenbeschwörer wiederbelebt und entführt worden. Als ob das nicht reichte, machen ihr noch zwei Männer das Leben schwer: Ori, ein heißer selbständiger Dämonenfänger, und Denver Beck, ein Freund der Familie, der sie ständig bevormundet.. Riley ist fast so weit, Atlanta freiwillig zu verlassen. Aber als mehr und mehr Dämonen in der Stadt auftauchen, schickt der Vatikan schließlich eine eigene Truppe von Jägern, und plötzlich ist der Teufel los. Nur Riley weiß, dass sie der Grund dafür sein könnte. Ein besonders starker Dämon verfolgt sie, und sie wird ihm nicht ewig entkommen …

Die Rezension:
Es beginnt ungefähr da, wo es aufgehört hat. Die Welt ist im Chaos, die Dämonen rüsten zum Krieg, der Geo-Dämon lebt noch, Paul Blackthrone ist nicht länger unter der Erde, Simon ist schwer verletzt und glaubt, Riley sei mit den Dämonen im Bunde, und sie selbst hat ein Versprechen gegeben, dessen Folgen sie noch nicht wirklich abschätzen kann.
Klingt doch nach einer guten Ausgangssituation, um alles noch komplizierter werden zu lassen.


Ich hatte das Gefühl, dass sehr lange nichts passiert. Also im sinne von Action und Kämpfen und derlei Sachen, die ich bei »Die Dämonenfängerin« dank Titel erwarte. Gut, Beck war auf der Jagd gewesen, aber sonst? Die Autorin hat sie verstärkt auf die zwischenmenschlichen Beziehungen gestürzt. In diesem Band fand ich das auch wesentlich besser gelungen, als im ersten. Die Szenen wirken inzwischen wie Schlüsselszenen und ich wöllte nur wenige kürzen oder streichen. Im ersten Band dagegen erschienen mir sehr viele Szenen zu lang oder unnötig. Das ist diesmal nicht so.

Die Charaktere, die ich ja im ersten Band schon gut fand, erreichen noch mehr Tiefe, da weitere Facetten von ihnen aufgedeckt werden und Hintergrundgeschichten erzählt werden. Teils sehr genial! Auch entwickeln sich viele weiter. Inzwischen mag ich sogar Harper, und das will was heißen! Dieser scheint plötzlich seine menschliche Seite entdeckt zu haben und steht hinter Riley. Auch seine Geschichte mochte ich sehr.
Das Grüppchen bekommt Zuwachs von Mortimer dem Totenbeschwörer, der sich ebenfalls auf Rileys Seite schlägt und versucht ihr zu helfen. Er ist die treue Seele, auch wenn er als Nekromant eigentlich ein anderes Profil haben sollte.
Auch der dritte Meister wird näher beleuchtet. Die Geschichte fand ich noch mit am spannendsten. Er nimmt sich Beck an und versucht ihn in die richtige Richtung zu schubsen und auf seine Rolle als Meister, die er wohl früher oder später einnehmen wird, vorzubereiten. Die beiden bieten auch ein kleines Highlight.
Peter, der beste Freund von Riley, darf dieses Mal sogar bei der ein oder anderen Unternehmung dabei sein und auch er bekommt ein paar neue Züge zugestanden.
Und da ist noch der geheimnisvolle Ori, der sie vor dem Geo-Dämon gerettet hatte und jetzt permanent in ihrer Nähe ist.

Beck zeigt eine oft verborgene Seite, denn er legt für Riley immer öfter sein Schutzschild ab und zeigt ihr damit, wie viel sie ihm bedeutet. Nur kriegt sie das nicht wirklich mit... Mir gefallen die Einblicke, die der Leser dadurch bekommt, zumal auch wieder viele Kapitel aus seiner Sicht geschildert werden. Stellenweise hätte ich ihn gern gedrückt und ihm oder Riley in der nächsten Szene eine gescheuert, weil sie sich so doof verhalten. Auf mich wirkt er erwachsener und verantwortungsvoller.
Riley selbst ist verletzt, äußerlich wie innerlich. Der Verlust ihres Vaters nagt weiterhin an ihr, zumal dieser anscheinend wieder unter den Lebenden (wenn auch selbst tot) wandelt. Ihr Freund entwickelt sich zu ihrem schlimmsten Feind und das Versprechen mit dem Himmel setzt ihr ebenfalls zu. Sie weiß nicht mehr wem sie vertrauen kann, fühlt sich von Beck herumkommandiert und eigentlich will sie nur ihren Vater finden und ihre Ruhe haben. Aber da war ja noch was. Ganz so leicht ist es leider nicht gelöst.

Somit wirken alle sehr lebendig und recht, sehr schön ausgearbeitet und nachvollziehbar. Der Stil ist nach wie vor locker und jugendlich, aber nicht aufdringlich oder anstrengend. Die Autorin hat es geschafft, die wichtigen Szenen auch wirklich als solche zu schreiben und sie nicht mit allerlei unnützer Informationen vollzustopfen. Es wirkt präziser und dadurch, auch wenn nicht viel passiert, auch spannender. Die Verknüpfungen und kleinen Hinweise sind ihr gut gelungen, auch wenn einige Sachen etwas vorhersehbar waren. Aber das tat dem Buch keinen Abbruch.

Das mit den vielen Männern stört mich allerdings immer noch. Ich meine, dass Riley jemanden braucht, der sie auffängt, verstehe ich sehr gut, zumal Simon ja nicht der schlechteste Kandidat ist. Ich verstehe auch, dass sie sich das nicht einfach so gefallen lässt, wie er auf einmal mit ihr umspringt. Aber wieso sie gleich wieder beim nächsten Typen landet, dass verstehe ich nicht. Sie macht quasi den gleichen Fehler, den sie schon einmal gemacht hat, als sie in Beck verliebt war und nach seiner Abweisung den nächsten Kerl hatte. Der ein Arschloch war... Aber gut wenn es denn sein muss, viel besser geht dieses Szenario allerdings auch nicht aus.

Nach dem Angriff auf die Zunft geht es im zweiten Band vor allem um das Finden von Paul Blackthrone, in dessem Sinne sich Riley sogar mit den Totenbeschwörern einlässt. Weiterhin das Weihwasser-Problem, dass noch aufgeklärt werden muss. Zudem kommen die Jäger in die Stadt, die zusätzlich für Probleme sorgen, nicht zuletzt, weil Simon sie auf Riley ansetzt.
Und immer wieder Beziehungen. Die Personen sind ebenso im Wandel wie die Stadt, in der sie wohnen. Alles und jeder scheint sich zu ändern.

Fazit:
Auch wenn es an Action (im Sinne von Kämpfen) zu mangeln scheint, ist es eine coole Mischung aus Hexen, Nekros, Dämonen, Presse, Zauber, Geschichte, Liebe, Priestern, Engeln, Fängern und Jägern. Dieser Band hat mir echt gut gefallen und glänzt vor allem durch seine Figuren und deren Beziehungen zueinander. Ich bin gespannt, wie der dritte Band sein wird und wie sich die ganzen Probleme lösen oder noch weiter steigern!
4 von 5 Skulls von mir!
eure engelsmomente

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