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Samstag, 9. Februar 2013

Buch - "Das Schwarze Kollektiv" von Michael Zandt

artskriptphantastik.de





Titel: Das Schwarze Kollektiv
Autor: Michael Zandt
Genre: Fantasy
Seiten: 254
Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
Preis: 11,80€









Der Klappentext:
Ariko ist ein Sohn der Straße. Von den Eltern verlassen, von den Behörden ins Waisenhaus gesteckt, gerät er früh in die Fänge des Militärs.
Er wird zum Soldaten erzogen und in den Krieg gegen das geheimnisvolle Volk der Hameshi geschickt. In deren riesigen Wäldern lernt er verlorene Seelen und grausame Götter, aber auch die magische Schönheit der Schöpfung kennen.
Ariko begegnet einem Mädchen. Sie ist jung, sie ist schön und sie ist eine feindliche Kriegerin. Der Waise wechselt die Fronten, doch findet er auch bei den Hameshi keinen Frieden. Er muss gegen Widersacher kämpfen und heimtückischen Dämonen widerstehen.
Ariko lernt viel im Reich der ewigen Wälder, aber wird er am Ende auch begreifen, dass der Keim alles Bösen … in der Liebe liegt?




Die Rezension:
Vielen Dank an die Verlegerin, die das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat!

Ich wurde weitestgehend überrascht, könnte man sagen. Es ist das zweite Buch des Autors und das ist an einigen Stellen auch sichtbar.

Das Buch beginnt mit der Horde, insektenartigen Wesen, die aus ihrem Schlaf erwachen und ihre Wanderung beginnen. Diese Wanderung ist für alle Lebenden gefährlich, da die Horde das Land unter sich begräbt und alles tötet, das sich ihnen in den Weg stellt.

Klingt schon mal ziemlich gut. Der Autor erzählt am Anfang sehr viel. Es gibt viele, viele Informationen zu den unterschiedlichen Gruppierungen, wie die Agrim, die Töchter der roten Mutter, die Hameshi, die Agrunbar und viele mehr. Es ist schwierig dem ganzen zu folgen und die Infos zubehalten. Zumal alle etwas miteinander zu tun haben und dann doch wieder nicht. Ich habe irgendwann den Faden verloren. Knapp 80 Seiten wird darüber erzählt. Da hätte ich mir ein Glossar gewünscht, um die Begriffe besser unterscheiden zu können. Und unterschiedlichere Begriffe, nicht drei mit »A«.

Natürlich passiert nicht nichts. Neben dem Erzählen reist der Protagonist auch umher. Durch das viele Beschreiben und Erklären geht mir etwas die Spannung verloren. Der Leser soll einen Überblick über die Welt und die Ordnung bekommen, jedoch ist es nicht sehr gut in die Geschichte eingeflochten. Die schnelleren  oder actionreicheren Szenen wirken sprunghaft, wie ein Herzschlag. Erst passiert kaum etwas, dann ein Ausschlagen, wieder weniger, Ausschlagen. Das machte mir den Anfang etwas kaputt.

Über den Hauptcharakter, Ariko, erfährt der Leser auch nicht allzu viel. Er ist gläubiger Soldat im Schwarzen Kollektiv und diesem in Treue ergeben. Trotz dass die Geschichte im Ich-Erzähler geschrieben ist, erfährt der Leser überraschend wenig über Ariko, dessen Gefühle und Hintergründe. Auf der einen Seite fand ich das recht verwirrend, da ich so oft vergessen habe, dass es ein Ich- Erzähler war und von dem plötzlichen Personenbezug überrascht war. Andererseits war es auch ganz clever gemacht. Ariko ist ein verschlossener Charakter, der seinen Platz erst noch finden muss und auch an sich und seinen Aufgaben zweifelt. Im Verlauf des Buches kommen auch mehr Informationen über ihn hinzu und der Leser ist »näher« am Geschehen. Zu Beginn war es wie ein Bericht aus weiter Ferne.

Als Ariko die Seite wechselt und sich den Hameshi anschließt, nimmt die Geschwindigkeit zu und es wird spannender und interessanter. Ich fand die Unterscheidung der Gruppen ganz cool und hätte da auch gern noch mehr zu erfahren, zumal die Namen ja recht merkwürdig-gut waren, »Felsenkatzen«, »Wildblumen«. Die Idee fand ich echt gut, da jede Gruppe ja auch ihre Eigenschaften hatte.

Die restlichen Personen waren alle etwas eigenwillig aber nicht unsympathisch. Vor allem die Wildblumen mochte ich, da sie sich auch um Ariko bemühten.
Lamis'yala, die Angebetete von Ariko, mochte ich dagegen gar nicht und ich konnte auch nicht verstehen, wieso er bis zum Schluss auf ihrer Seite steht. Sie hat schreckliche Dinge getan, war unberechenbar und wechselte recht oft ihre Stimmungen. Am Anfang wirkte sie auch sehr stark, wie eine Rebellin, später wie ein kleines Mädchen und ab und an wie ein Monster.
Alles in allem spannende Charaktere, über die ich gern mehr erfahren habe.

Der Stil ist durch das Erzählen recht langatmig und ausschweifend, ein wenig fühlte ich mich an Philip Pullman erinnert. Später nimmt die Geschichte an Tempo zu, wird spannender und mitreißender. Es sind einige schöne und auch grausame Beschreibungen enthalten. Durch das große Seitenformat dauert das Lesen allerdings etwas länger, was mich ab und an beim Lesen irritiert hatte, weil ich dachte, ich wäre schon wesentlich weiter. ;)

Das Ende war sehr verstörend, aber auch genial. Der Autor hat es geschafft einige unvorhergesehene Wendungen einzubauen und mich zu überraschen. Einige Dinge habe ich geahnt, aber nie habe ich richtig gelegen. Es kommt einiges ans Licht und es auch geht alles ziemlich schnell. In einem Moment erholte ich mich noch, als im nächsten wieder etwas passierte.
Diese Action und Spannung hätte ich mir auch schon eher im Buch gewünscht, da ich nach den ersten Seiten doch nicht so motiviert war, weiter zu lesen.

Fazit:
Alles in allem kein schlechtes Buch mit viel Potential. Ich hätte mir mehr Spannung und weniger ausschweifendes Erzählen gewünscht, oder dass es besser eingeflochten ist und die ersten 80 Seiten nicht nur Input sind. Auch erfährt der Leser recht spät in welcher Zeit es spielt.
Ansonsten war es aber eine schöne neue Welt, mit tollen Elementen, die ich gern gelesen habe und mit denen ich mir auch noch mehr vorstellen könnte. Ich würde mich freuen, wieder etwas von dem Autor zu lesen und werde seine Entwicklung im Auge behalten.



3 von 5 Skulls von mir.
eure engelsmomente

Kommentare:

  1. Ganau deine Kritik würde ich so unterschreiben. Zu viele Namen die mit A beginnen und sich ähneln. Zu viel Infodumoing.
    Also ich bin nach ca. 20 Seiten ausgestiegen.
    Ob ich das Buch noch einmal in die hand nehmen werde? das steht wohl in den Sternen.
    LG
    A.

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    1. Ich fands vor allem am Anfang schwierig, alle zuzuordnen. Aber gut, dass es nicht nur mir so ging.
      Kannst ja weiter hinten noch einmal einsetzen ;)
      LG maria

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  2. habe noch nie etwas davon gehört...
    Scheine aber auch nix verpasst zu haben

    LG Lisa

    http://www.buecherparadis.blogspot.de

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