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Freitag, 1. Februar 2013

Buch - "Anna im blutroten Kleid" von Kendare Blake

Quelle: Verlagsseite





Titel: Anna im blutroten Kleid
Autor: Kendare Blake
Genre: Fantasy, Grusel
Verlag: Heyne Verlag
Seiten: 382
Preis: 8,99€









Der Klappentext:
(Da ich den Klappentext cooler, als die Kurzbeschreibung finde, gibt es hier den Text vom Buchrücken.)
Wer fürchtet sich schon vor Geistern?
Sie ist jung, sie ist wunderschön – und sie sinnt auf Rache, seitdem sie auf dem Weg zu ihrem Schulball ermordet wurde.
Anna im blutroten Kleid verbreitet Angst und Schrecken in der Kleinstadt Thunder Bay. Man munkelt, dass sie am spurlosen Verschwinden von 27 Jugendlichen die Schuld trägt. Doch niemand wagt sich ihr in den Weg zu stellen – bis der 17-jährige Cas Lowood auftaucht, ein Geisterjäger, den so schnell nichts in die Flucht schlägt …

Die Rezension:
Was für ein Buch. Hammer! Das jagte mir richtige Schauer über den Rücken.
»Anna im blutroten Kleid« ist das dritte Buch mit Geistern, welches ich lese und ich bin schwer begeistert. Wirklich sehr geil. Selten musste ich mich beim Lesen zusammenreißen, weil mir eisige Schauer den Rücken hoch und runter krochen.

Es beginnt mit Cas, der sich auf Geisterjagd befindet. Schnell wird klar, wer er ist und was er vorhat. Die Einleitung fand ich gut gelungen, der Leser bekommt einen guten Einblick von Cas, dem Job und später auch von seiner Mutter. Wenig später verlassen die beiden die Stadt, um einen anderen Geist zu jagen. Der Geist ist Anna, Anna im blutroten Kleid.

Die Personen sind ziemlich genial und denken wohl alles ab.
Zuerst Cas Mutter, sie ist eine Hexe (Beruf) und schwört auf allerlei Wundermittel, Kräuter und Öle. Sie ist hin und hergerissen und versucht Cas' Job zu respektieren, obwohl sie große Angst um ihn hat, da sein Vater bei der Jagd gestorben ist.

Cas, eigentlich Theseus Cassio, will den Tod seines Vaters rächen und bereitet sich darauf vor, dem Geist gegenüber zu treten. Mit jedem Auftrag wird er selbstbewusster. Er ist ein Einzelgänger, will nicht viel mit seinem Umfeld zu tun haben und konzentriert sich lieber auf die Toten. Die Lebenden analysiert er und gibt sich mit ihnen ab, wenn er Informationen braucht. Eigentlich ist er sympathisch, ein Anführer, nicht selten ironisch, aber manchmal kommt er mir etwas arrogant vor. Doch hat er auch eine weiche Seite, vor allem, wenn es um Anna geht.

Ja, die Anna. Anna ist eine sehr geniale Person und hat mir von allen am besten gefallen. Sie hat zwei Seiten und beide sind sehr gut von der Autorin ausgearbeitet. Sehr bildlich wird sie dargestellt und bei der ersten Begegnung mit ihr, kroch es mir kalt den Rücken hoch. Ihr Charakter ist vielschichtig und ich fand sie teils sehr beeindruckend und gleichzeitig auch unheimlich.

Die letzten beiden, Thomas der Nerd/ Telepath/ Hexer und Carmel die Schulkönigin, vervollständigen das Bild. Beide haben ihre Macken und werden gute Freunde von Cas, der sich zu Anfang noch dagegen wehrt. Beide wachsen über sich hinaus und legen die Klischees, die sie darstellen, ab.

Immer wieder überraschend sind die Verbindungen, Handlungen, Taten der Leute. Das Buch schafft es regelmäßig mich hereinzulegen und mir etwas zu präsentieren, was ich nicht erwartet hätte. Das war faszinierend und unheimlich, vor allem wenn es um Anna ging. Ich mag die Darstellung der Beziehung(en) und wie alles ineinander fließt.

Ein kleiner Minuspunkt ist eine Länge des Buches. Sie wollen einen Spruch wirken und Anna binden, doch dauert es sehr lange, bis es so weit ist. Als ich das gelesen habe und sah, wie viele Seiten noch vor mir lagen, fand ich es etwas übertrieben. Ich wusste ja nicht, was danach noch kommen sollte. Im Nachhinein fand ich es dann aber doch gut gemacht, ein wenig mehr Tempo wäre aber auch nicht schlecht gewesen.

Ein weiteres Manko (allerdings nicht durch die Autorin): Vorn im Buch steht, dass Fans von Twilight es lieben werden. Da frage ich mich doch, nach Ende des Buches, was die Bücher gemeinsam haben sollen. Um nicht zu viel zu Spoilern, aber wer eine kitschig triefende Liebesgeschichte erwartet, der ist leider an das falsche Buch geraten. Die Bindung der beiden ist unterschwellig da und auch zu spüren. Aber es ist definitiv nicht wie Twilight, finde ich zumindest und sollte auch nicht damit verglichen werden, denn das stellt »Anna im blutroten Kleid« nicht annähernd im richtigen Licht dar.

Bis zum Ende konnte es mich mitreißen, ich wollte es die ganze Zeit nicht aus der Hand legen. Es ist schnell geschrieben, liest sich noch schneller und hat einen einfachen, leichten Stil. Keine großen Schnörkel und Ausschmücken, dafür aber gute Sprache, die nicht zu umgangssprachlich ist, präzise Beschreibungen, manchmal auch mit zu vielen Details, von Dingen die ich nicht wissen wollte, z.B. wie genau die Leichen jetzt verstümmelt sind.

Apropos verstümmelte Leichen, das empfohlene Lesealter ist ab 14 Jahre. Das finde ich zu niedrig, mir war es teils auch schon mulmig zumute (gut, bin da vielleicht nicht das beste Vergleichsobjekt) und muss ganz klar sagen: Für zartbesaitete oder Leute mit schwachem Magen ist es nichts.

Fazit:
Es sind viele schöne Elemente enthalten und die Autorin malt tolle und schaurige Bilder, die ein lebhaftes Kino im Kopf erzeugen. Für mich, die nur zwei Geistergeschichten kennt, ist es neu, anders und sehr cool gemacht. Mitgefiebert habe ich bis zum Schluss, wollte es nicht weglegen, weil ich dachte, etwas zu verpassen, als es vorbei war, war ich recht bedrückt. Leider ist der zweite Band erst im Englischen draußen. Jetzt heißt es wieder sehnsüchtig warten.

Eine klare Leseempfehlung von mir! Dieses Buch hat seine Ecken und Kanten (im guten Sinne), ist vielseitig, zeigt verschiedene zwischenmenschliche Facetten und überrascht immer wieder. Sehr sehr gut und wird den Leser nicht mehr loslassen!
Volle Skulls (das Manko mal übersehend) von mir! 5 von 5!

eure engelsmomente

Kommentare:

  1. Dank dir hab ich es mir gekauft. Wehe das taugt nicht :P

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  2. Du wirst begeistert sein, sonst zahl ich die auch gern das Geld zurück ;) aber das Buch lohnt sich eig ^^

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