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Sonntag, 13. Januar 2013

Hörbuch - "Die Flucht (Cassia & Ky 2) von Ally Condie

fischerverlage.de






Titel: Die Flucht (Cassia & Ky 2)
Autor: Ally Condie
Sprecher: Josefine Preuss, Jacob Weigert
Genre: Fantasy, Dystopie
Verlag: Argon Verlag
Länge: 10 Std. 04 Min. (ungekürzt)
Preis: 13,95 € (audible.de)







Der Klappentext:
Wie durch ein Wunder gelingt Cassia die Flucht in die Äußeren Provinzen - sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe. Dort kämpft er als Soldat für die Gesellschaft und ist tödlichen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die gefährlichen Canyons in den Grenzgebieten. Verzweifelt macht sich Cassia auf die lebensbedrohliche Suche. Was wird sie am Ende der ihr bekannten Welt finden? Zwischen steinigen Schluchten und staubigen Pfaden sucht Cassia nicht nur nach Ky - sondern auch nach sich selbst.


Die Rezension:

Tja, einige von euch werden ihn kennen den „Fluch der Trilogien“. So erging es mir bei diesem Hörbuch. Ich fand den ersten Teil schon nicht überragend, aber da es sich hierbei ja um eine Trilogie handelt, musste ich trotzdem wissen, wie es weiter geht. Ja ja, ich weiß...

Der zweite Teil der Geschichte um Cassia & Ky knüpft genau da an, wo der Erste endete.
Cassia befindet sich zu Beginn in einem Arbeitslager und sucht nach einem Weg in die äußeren Provinzen zu gelangen. Da sie dort ihren geliebten Ky vermutet.
Währenddessen befindet sich Ky in eben diesen und muss als Lockvogel, im Krieg gegen die Aufständischen, für die Gesellschaft fungieren. Er wiederum sucht nach einem Weg zu den nächsten Provinzen um Cassia näher zu sein.
Letzten Endes finden die Beiden in den Canyons, welche nicht unter der Kontrolle der Gesellschaft sind, wieder zu einander.

Das ist eigentlich der komplette Inhalt des Romans, denn es passiert wirklich wenig. Alles zieht sich nur unerträglich in die Länge und ist zudem meist recht unlogisch.
Cassias Weg in die Canyons zum Beispiel. Zufällig suchen die Funktionäre, in dem Lager in welchem sich Cassia befindet, Aberrationen (Leute, denen der Bürgerstatus aberkannt wurde) um diese in die äußeren Provinzen zu schicken. Zufällig fehlt eine auf ihrer Liste und Cassia kann sich somit unter die Aberrationen mischen. Zufällig kommt sie dann in ein Lager, wo sich ein Junge befindet, welcher weiß wohin Ky geflohen ist. Zufällig befinden sich die Canyons ganz in der Nähe und zufällig findet sie Ky schon nach wenigen Tagen, in den wahnsinnig weitläufigen Gebirgskämmen. Ja, ist klar, eine total nachvollziehbare Handlung.

Da ist Kys Erzählstrang um einiges verständlicher. Zunächst einmal plant er seine Flucht über mehrere Tage und deren Erfolg ist nicht auf eine ungemein hohe Anzahl von Zufällen zurück zu führen.
Im Weiteren ist sein Weg durch die Canyons nicht so planlos wie Cassias. Welche zum Beispiel, mit ihrer Fluchtbegleiterin Indie, beschließt ihren Weg in einer anderen Schlucht fortzuführen. Daraufhin einen gefährlichen Auf- und Abstieg wagt, nur um dann auf der anderen Seite des Berges zu der Erkenntnis zu gelangen, dass die erste Schlucht vielleicht doch besser war und am selben Tag noch die ganze Prozedur des Auf- und Abstieges zu wiederholen, um sich wieder am Anfangspunkt der ganzen Expedition zu befinden.

Ky wird auf seinem Weg, von zwei Jungen begleitet, welche er im Lager kennen gelernt hat. Beide Charaktere sind mir sehr sympathisch und ihre Handlungsweisen auch gut verständlich. Der Ältere der beiden, Vick, ist ein bisschen düster, aber seine Vergangenheit wird im Laufe der Geschichte aufgedeckt und somit auch seine Haltung zum Leben nachvollziehbar. Der Jüngere ist Eli, ein Junge, welcher nicht älter als Cassias kleiner Bruder sein kann. Er kam mir zwar zunächst arg naiv vor, doch auch er wächst, durch die gesammelten Erfahrungen während der Flucht, über sich hinaus und hat letztlich teilweise mehr Weitblick als seine Begleiter. Eine Ironie, die ich zu schätzen weiß.

Indie, Cassias Begleitung, hingegen ist mir sehr unsympathisch. Sie ist, wenn ich nett sein möchte, ein richtiges Miststück. Zwar ist dies teilweise auf ihren eisernen Wunsch sich den Rebellen anzuschließen, zurückzuführen. Jedoch ist sie meist grundlos hinterlistig und das gibt ihrem Charakter eine Oberflächlichkeit, welche sehr undurchdacht wirkt. Ich glaube die Autorin wollte mit Indies negativem Charakter ein wenig Spannung in die Gespräche bringen. Der Schuss ging nach hinten los, es wirkt einfach nur aufgesetzt.

Diese Oberflächlichkeit zeigt sich leider auch bei Cassia. Ihre Gedanken drehen sich den Großteil des Buches nur um Ky. Aber auf eine ungemein schnulzige und nervige Art. Ich bin Romantikerin, aber das was Cassia da teilweise so von sich gibt ist einfach nur lächerlich. So scheint ihre größte Sorge darin zu bestehen, dass sie womöglich das Gedicht was sie für Ky zu verfassen versucht, nicht rechtzeitig fertig bekommt, bevor sie ihn findet. Zudem verschwendet sie eigentlich keinen Gedanken an ihre Familie. Es scheint ihr auf einmal total egal zu sein ob sie diese je wiedersieht, alles dreht sich nur um Ky. Als sie diesen dann endlich findet, braucht sie ja ein neues Ziel und siehe da, urplötzlich, ohne dies vorher groß zu erwähnen, ist es ihr innigster Wunsch sich den Rebellen anzuschließen. Was sich die Autorin bei Cassias Entwicklung gedacht hat ist mir schleierhaft. Im ersten Teil der Trilogie mochte ich ihre Art eigentlich, doch jetzt empfand ich sie allerhöchstens als belustigend, weil ihre Gedankengänge zumeist einfach nur haarsträubend sind.

Ky ist somit mehr oder weniger der einzige Lichtblick dieses Buches, da sein Werdegang bei weitem mehr Tiefsinn aufweist.
Es wird viel aus seiner Vergangenheit aufgedeckt und somit wird seine Sicht auf die Dinge verständlicher. Auch benimmt er sich nicht wie ein hirnloser Liebeszombie, sondern seine Gefühle für Cassia haben mehr Tiefe und wirken nicht so aufgesetzt. Er ist noch dazu in den Lage an andere Dinge, als Cassia, zudenken. Ky kommt für mich am authentischsten rüber. Er verfolgt nachvollziehbare Ziele und bedenkt seine Handlungen, welche dadurch um einiges logischer sind, als Cassias.

Dadurch, dass Ky mir um einiges sympathischer ist als Cassia, ist es sehr angenehm, dass die Autorin die Geschichte aus ihrer beider Perspektiven erzählt. Ich konnte mich also immer, nach den recht nervenraubenden Passagen Cassias, auf Kys Erzählanteil freuen. Zudem ist der Handlungsverlauf dadurch zumindest teilweise fließender erschienen.
Apropos fließend, was definitiv nicht fließend ist, ist der Schreibstil. Ich glaub ich habe noch nie so abgehackte Sätze erlebt. „Er rannte. Er rannte schnell. Dann kam eine Pfütze.“ So ungefähr muss man sich das vorstellen. Einfach nur furchtbar und auch sehr lächerlich. Es klang meist so als hätte ein Viertklässler diesen Roman verfasst.

Ein weitere Minuspunkt betrefflich des Stils, sind die sich ständig wiederholenden Passagen, in welchen Gedichte rezipiert werden. Wenn es sich hierbei wenigstens um verschiedene Gedichte handeln würde, aber nein es sind dieselben wie im ersten Teil der Romanreihe. Ich hätte es ja als roten Faden durch die Geschichte anerkannt, aber diese Gedichte immer und immer wieder zu wiederholen ist einfach nur unnötig und nach einer gewissen Zeit auch ziemlich langweilig.

Die Sprecher
Die Sprecherwahl für dieses Hörbuch empfinde ich auch nicht grade als gelungen. Zugegeben es ist eine gute Idee, auf Grund dessen, dass es zwei Erzähler sind, auch zwei Sprecher zu wählen. Aber Josefine Preuss hatte bei dieser Produktion nicht einen ihrer besten Tage. Ich habe sie schon in anderen Hörbüchern als Sprecherin erlebt und fand sie bis jetzt auch immer sehr gut. Jedoch als Cassia ist sie furchtbar nervig, ihre Stimme ist viel zu hoch und hat immer so eine gehauchte Melancholie, die mich einfach wahnsinnig macht.
Jacob Weigert hingegen hat seine Sache gut gemacht und seine Stimme passt auch zu Kys Charakter, nicht zu tief, aber auch nicht zu jungenhaft.

Das Fazit
Abschließend muss ich feststellen, dass ich diesem Roman kaum etwas Positives abgewinnen kann und trotzdem werde ich auch den dritten Teil lesen. Ich sag es ja Trilogien sind ein Fluch.
Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, kann meiner Meinung nach auch getrost darauf verzichten.

Von mir bekommt das Hörbuch milde zwei Skulls.

eure Püppie

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