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Freitag, 18. Januar 2013

Film - "Der Hobbit – Eine unerwartete Reise"

Bild von der offiziellen Homepage zum Film:
http://wwws.warnerbros.de/thehobbitpart1/  






Regie: Peter Jackson
Genre: Fantasy/Abenteuer
Länge: 169 Minuten
Deutsche Kinopremiere: 13. Dezember 2013









Inhalt:
Bilbo Beutlin ist ein Hobbit aus Beutelsend und wie alle Hobbits stolz darauf anständig und gemütlich zu sein, und nie in etwas Unerwartetes hineinzugeraten. Dass dieses Unerwartete ihn daraufhin in Form eines Abenteuers trifft, legt bereits der Titel nahe. Darin verwickelt wird er durch den grauen Zauberer Gandalf, der Bilbo noch aus Kindertagen kennt. Bilbo lehnt postwendend das von Gandalf angebotene Abenteuer ab, aber im Verlauf eines verrückten Abendessens mit den dreizehn Zwergen, deren Unternehmung besagtes Abenteuer darstellt, gelingt es dem Zauberer schließlich doch seinen Hobbit als Meisterdieb für die Gruppe zu gewinnen. Die Zwerge sind auf dem Weg zum Einsamen Berg, Erebor genannt, um dort den Drachen Smaug zu erschlagen und somit den Berg wieder als ihr Zuhause beanspruchen zu können. Tatsächlich ist dies jedoch kein Teil des Filmes, stattdessen beschäftigt sich der erste Teil der Trilogie mit dem Anfang des Weges zum Einsamen Berg – und der ist abenteuerlich genug: Orks, Warge, ein alter Feind aus Moria, Rennhasen, Trolle und der Eine Ring stellen nur einige Elemente davon dar. Außerdem regt sich im Norden eine alte, finstere Macht ...

Meine Meinung (nahezu ohne Spoiler):
Nachdem ich den Film nun zweimal im Kino gesehen habe – einmal in einfachem 3D, einmal als 3D HFR-Version – und auch das Buch als Kind gelesen hatte, hab ich mich dazu entschieden, meine Meinung doch noch in einer Rezension festzuhalten.

Zuerst einmal liegt der Vergleich zur „Herr der Ringe“-Trilogie auf der Hand. Natürlich misst sich „Der Hobbit“ an diesen großen Filmen und wohl auch nur durch deren durchschlagenden Erfolg, wurde das dünne Büchlein „Der (kleine) Hobbit“ zu einem Filmepos aufgebläht, der genauso lang sein wird wie „Der Herr der Ringe“. Mich persönlich stört dieses ewige Aufteilen sehr. Was man beim „Herrn der Ringe“ noch unterstützen konnte, da ja jeder Film einem Buch der Trilogie entspricht, sieht beim „Hobbit“ nach Geldmacherei aus, aber darüber lässt sich wohl streiten.

Ich persönlich saß mit dieser Einstellung jedenfalls im Kino und war die erste halbe Stunde erstmal enttäuscht, denn es passierte, nach der Einleitung um den Einsamen Berg und Smaug, nur seeehr wenig. Das gilt zwar auch für „Die Gefährten“, doch dort ist wenigstens irgendwas an Action da, auch wenn es nur das Feuerwerk ist! Beim „Hobbit“ hingegen ist es nur die Rahmenhandlung, Gandalfs Besuch und anschließend das Abendessen der Zwerge, das sich doch sehr hinzieht. Am nächsten Morgen steht Bilbo ewig lange in seinem Haus und schaut sich sehnsüchtig um. Diese Sehnsucht hat man jedoch schon nach einem Bruchteil der Zeit verstanden. Es wirkte alles etwas gedehnt, als wolle man eben einen einzigen Film auf alle drei strecken. Dieser Eindruck verflüchtigte sich jedoch zum Glück noch, dazu später mehr.

Schön ist, dass „Der Hobbit“ vom Plot bei Frodo und Bilbo kurz vor dessen 111. Geburtstag ansetzt. Bilbo erzählt dabei seine Abenteuer, die Geschichte von „Der Hobbit“, und man taucht von der Rahmenhandlung in den eigentlichen Film ein. Dadurch lässt sich „Der Hobbit“ wirklich sehr schön als Prequel zu den „Herr der Ringe“-Filmen anschauen.

Bildtechnisch steht „Der Hobbit“ dem „Herrn der Ringe“ in nichts nach. Es gibt sehr schöne Landschaftsaufnahmen, gewaltige Höhlen, heroische Heldendarstellungen. Alles, was man schon kannte, in manchmal vielleicht sogar noch intensiverer (böse Zungen sprechen von „kitschiger“) Qualität. Ich denke, da kommt es auf den eigenen Geschmack an. Mir persönlich hat dies beim „Herrn der Ringe“ gefallen und so gefällt es mir auch beim „Hobbit“.

Auch die Musik, die abermals von Howard Shore komponiert wurde, enttäuscht nicht. Ich hatte befürchtet, dass es ein Aufwärmen der „Herr der Ringe“-Stücke geben könnte, doch diese Angst wurde zerschlagen: außer dem „Der Eine Ring“-Theme, das ja nun wirklich nicht fehlen darf, und einigen anderen kleinen Stücken, kam mir keines der Stücke zu bekannt vor und auch keines wurde unverändert übernommen. Sicherlich merkt man eine gewisse Ähnlichkeit, aber es ist doch so frisch und anders, dass es nicht langweilt. Es kamen zahlreiche Abwandlungen des Zwegen-Lieds vor, das die Zwerge in Bilbos Haus singen und das man auch im Trailer hört, und wenn man dieses Lied - so wie ich - ganz gerne hört, wird man auch den Soundtrack zum Film mögen.

Vom Plot her gab es schon einige Abweichungen zum Buch. Radagast, der Braune Zauberer, kommt vor, obwohl er im Buch nur mal kurz erwähnt wird. Auch Azog, der weiße Ork, der als Gegenspieler dient, taucht im Buch nie so auf. Es wird auch viel Hintergrundstory geliefert, die nicht wirklich notwendig für den Plot ist, aber für „Herr der Ringe“-Fans oder zum Gesamtverständnis der Welt wirklich interessant ist. Insgesamt konnte mich der Plot, der zwar sehr langsam anlief, dann doch noch überzeugen, obwohl er eher einer Episodengeschichte gleicht und keine epischen Schlachten wie „Der Herr der Ringe“ beinhaltet. Es basiert letztlich auf einem Kinderbuch! Das sollte man bedenken!

Der Film ist aber natürlich nichts für kleine Kinder! Die Action kommt nicht zu kurz und wird ab und an mit düsterem Humor unterstrichen, wenn z.B. Gandalf einem Ork den Hals durchtrennt, dieser sich dann aber noch umguckt, ehe der Kopf runterfällt oder Ähnliches. Insgesamt ist es daher eine andere Art von Action als beim „Herrn der Ringe“. Dort war die Stimmung meist sehr ernst, monumental und eben episch, aber auch ein wenig monoton und gleichbleibend – meiner Meinung nach. Immer mal wieder wurde dies schon von einzelnen Szenen durchbrochen, wenn z.B. Legolas auf einem Schild die Treppen hinab „skatet“. Derlei Ideen wurden beim „Hobbit“ noch konsequenter eingebaut, was mir sehr gut gefallen hat! Die Kämpfe wirken nie langweilig, sondern stets abwechslungsreich und auch amüsant. Das hat den Vorteil, sich deutlich von den großen Schlachten abzugrenzen und sich auch gar nicht mit diesen messen zu müssen, aber den Nachteil, das vielleicht ein wenig Ernsthaftigkeit verloren geht und einige Zuschauererwartungen enttäuscht werden. Ein zweiter „Herr der Ringe“ wäre aber womöglich wirklich sich wiederholend geworden, daher finde ich die Entwicklung toll!

So wie sich „Der Hobbit“ vom „Herrn der Ringe“ unterscheidet, so unterscheiden sich teilweise auch die einzelnen Szenen des Films im Auge der Zuschauer. Manchmal hieß es, die Szenen mit Gollum seien gruselig oder abstoßen und gemein gewesen, ich persönlich fand sie dagegen urkomisch. Diese verschiedenen Facetten des Films sind sicherlich ein weiterer Pluspunkt.

Die Schauspieler sind größtenteils die gleichen wie beim „Herrn der Ringe“: Gandalf, Galadriel, Elrond, Saruman – alles Gesichter, die man kennt. Das weiß man als Zuschauer zu schätzen! Auch Martin Freeman, den man wohl aus „Tatsächlich Liebe“, „Per Anhalter durch die Galaxis“ oder als Doctor Watson in „Sherlock“ kennt, fand ich als Bilbo brillant, wenngleich er dafür, dass er auf allen Plakaten allein zu sehen ist, doch sehr wenig Screentime bekommt.

Abschließend noch ein Wort zur HFR (Higher Frame Rate). Die Technik, bei der 48 statt 24 Bilder pro Sekunde gezeigt werden, wird kontrovers diskutiert. Ich war mir nicht sicher, ob ich überhaupt einen Unterschied wahrnehmen könnte – doch man konnte eindeutig feststellen, dass der Film anders wirkte. Der Nachteil der Technik liegt wohl an der Eingewöhnung. Am Anfang mochte ich es nicht besonders und die Bewegungen der Figuren sahen wie vorgespult aus. Später im Film hat sich das jedoch gelegt, und als Ausgleich hat man die Actionszenen, die beim einfachen 3D sehr verschwommen ausgesehen haben, sehr viel klarer erkannt! Ein dicker Pluspunkt! Und als am Ende eine epische Luftaufnahme gezeigt wurde, hatte man wirklich das Gefühl einfach durch ein Fenster zu gucken und nicht auf eine Leinwand. Für den gleichen Preis oder Ein Euro-Zuschlag würde ich also letztlich wirklich die HFR-Version empfehlen!

Fazit:
Schlussendlich hat mir der Film sehr gut gefallen! Ein langsamer Einstieg wird durch monumentale Bilder, tolle Schauspieler, super Musik und einfallsreiche Action gewürzt mit Humor entschädigt. „Der Hobbit“ ist kein „Herr der Ringe“ - will er aber auch nicht sein. Obwohl Ähnlichkeiten festzustellen sind, ist „Der Hobbit“ in meinen Augen jedoch kein wirkliches Prequel, sondern eine eigene Geschichte für sich, und das finde ich auch „Vier von Fünf Punkte“-gut so.





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