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Dienstag, 29. Januar 2013

Buch – „Wien, Stadt der Vampire“ von Fay Winterberg







Titel: Wien, Stadt der Vampire
Autorin: Fay Winterberg
Genre: Steampunk
Verlag: Art Skript Phantastik
Seiten: 113
Preis: 8,70 €





Klappentext:
2090, das Jahr, in dem der Krieg ausbrach. Die verborgene Welt der Vampire offenbart sich der Menschheit und führte auch einen Großteil anderer übersinnlicher Wesen mit ans Licht der Öffentlichkeit. Erst nach Jahren des Krieges gelang es den Nachtwesen, eine Co-Existenz mit den Menschen aufzubauen.
Die Halb-Vampirin Lilith Avant-Garde arbeitet als Archäologin, spezialisiert auf übersinnliche Artefakte, und ist Verbindungsglied zwischen Menschen und Vampiren im Europa des Jahres 2207, einer Zeit, die als New-Steampunk-Age betitelt wird. Ihre Aufgabe führt die 26-Jährige nach Wien, denn die Stadt der Vampire hat nicht nur ein neues Oberhaupt, sondern auch ein Problem mit illegalen Werwolf-Fights.
Band 1 der New-Steampunk-Age-Reihe von Fay Winterberg legt die Weichen in eine fantasievoll gestaltete Zukunft, deren Frieden jedoch sehr fragil ist.



Die Offenbarung, dass Vampire existieren, hat die Welt in einen Krieg gestürzt. Viele Jahre später hat sich eine neue Kultur gebildet, die sich als New-Age-Steampunk bezeichnet. Genau in dieser Zeit lebt Lilith, die Tochter des Prinzen von Dresden, dem aktuellen politischen Oberhaupt der deutschen Vampire.
Als der neue Prinz von Wien Lilith zu seinem Debüt einlädt, kann sie förmlich riechen, dass es nur ein politischer Schachzug ist. Trotzdem folgt sie der Einladung. Der alte Prinz von Wien hat seinem Nachfolger keine einfache Aufgabe überlassen, denn auf den Straßen Wiens treiben die Werwölfe ihr Unwesen. Und plötzlich sind wackelige Schritte auf politischem Parkett nicht Liliths einzige Sorge.

Steampunk! Ich liebe Steampunk! Dampfmaschinen, Luftschiffe, tolle Kleider, Gaslicht-Romantik. Das ist einfach mal was anderes. Diese Genre ist schon alt, wird aber leider nicht oft bedient und manchmal auch nicht unbedingt gut. Dort kann man noch viel rausholen und deswegen habe ich mich um so mehr gefreut, einen Steampunkroman in den Fingern zu halten.

Leider war es dann doch zu wenig Steampunk. Für meinen Geschmack! Das Genre bricht hauptsächlich in der Mode durch – Corsagen, Zylinder, Stiefel, Gehstock und so. Das ist auch wirklich schick und einen gewissen Charme. Alles andere kommt mir irgendwie zu kurz. Die meisten Elemente einer typischen Steampunkwelt werden nur angerissen – wie Flugschiffe zum Beispiel, aber auch generell Einrichtungen oder Bauten. Das besondere kam nicht immer durch. Schade!
Da es sich allerdings um einen Mehrteiler handelt, kann ich da ja noch hoffen.

Und positives gibt es schließlich auch noch genug zu erzählen.
Die Geschichte ist flott und frech. Lilith ist eine tolle Frau mit lockeren Sprüchen und steht mit beiden Beinen im Leben. Sie ist mutig und abenteuerlustig und dem Leser direkt sympathisch.
Man wird zu Beginn langsam an die Welt, bzw. die Ereignisse bis 2090 herangeführt. Hier und da bekommt man immer mehr dieser Infos eingestreut und bunte Charaktere kreuzen den Weg von Lilith – jeder von denen mit eigenem Hintergrund. Phineas – der Prinz von Wien – erinnert mich einwenig an Lestart aus den Vampirchroniken von Anne Rice, nur (leider) nicht so böse. Ich mag ihn.

Leser, die Cliffhanger hassen, werden mit dem Buch nicht glücklich sein. Es ist als Mehrteiler gedacht und da der Roman nur etwas mehr als 100 Seiten hat, rollt die Geschichte gerade erst so richtig an. Also vor allem gegen Ende wird es sehr spannend. Es bleiben unheimlich viele Fragen offen, auch wenn die Autorin für die Handlung erstmal einen kleinen Abschluss fand. Trotzdem fühlt man sich teilweise unbefriedigt, weil man einiges noch wissen will und die Antworten noch nicht bekommen kann, da Teil 2 noch nicht raus ist. Aber das ist ja oft das Laster einer Reihe.
Im positiven Sinne erinnert es an eine Reihe wie John Sinclair, ein spannender, kurzer, knackiger Episodenroman. Mal sehen was draus wird.

Fazit:
Der Roman ist für Leute, die sich mal an Steampunk herantesten wollen, sehr geeignet, da diese Welt recht handzahm daher kommt. Leider ist der Roman viel zu kurz und zu schnell vorbei. Auf 100 Seiten passiert halt nicht viel. Ein paar Seiten mehr hätten mir sehr gefallen und mir vielleicht auch die fehlenden Beschreibungen geliefert. Oder mehr Story, denn ich will wissen, wie es weiter geht. Ich glaube, aus der Reihe könnte was werden.
Kleine Schwächen, kleine Abzüge und die Hoffnung, dass es sich noch deutlich steigert.
Für mich solide 3 ½ Sterne.


Mendea
P.S.: Mein Dank geht an den Art Skript Verlage für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

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