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Donnerstag, 24. Januar 2013

Buch - "Rubinrot" von Kerstin Gier







Titel: Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten
Autor: Kerstin Gier
Genre: Fantasy/ Jugendroman
Verlag: Arena
Seiten: 345
Preis: 15,99€








Klappentext:
Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Das man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!

Rezension:
"Wie jetzt, schon vorbei?", war mein erster Gedanke nachdem ich das Buch in 1,5 Tagen verschlungen hatte. Es liest sich einfach so wahnsinnig schnell, was zum Teil wohl auch an der großen Schrift und den sehr dicken Seiten liegen mag. Aber die Geschichte ist auch fesselnd, sodass ich Rubinrot gut als echten page-turner bezeichnen kann.

Zu Beginn der Geschichte wartet Gwendolyns Familie sehnsüchtig darauf, dass ihre Cousine Charlotte endlich ihren Iniziationssprung hat. Denn die Montroses sind keine gewöhnliche Familie. In unregelmäßigen Abständen wird bei ihnen ein Kind mit dem Zeitreise-Gen geboren und dieses Gen hat nach wissenschaftlichen Berechnungen auch Charlotte. Doch nicht Charlotte springt auf dem Weg zum Supermarkt ins London des 18. Jahrhundert, sondern Gwendolyn. Damit ist das Chaos perfekt, denn diese wurde im Gegensatz zu ihrer Cousine nie auf das Zeitreisen vorbereitet und muss sich jetzt mit merkwürdigen Geheimbünden, einer Mutter mit vielen Geheimnissen und Gideon herumschlagen. Gideon, ein anderer Zeitreisender, welcher ziemlich arrogant ist, aber leider eben auch verdammt gutaussehend.

Rubinrot ist natürlich ein Jugendroman und das merkt man teilweise schon, an den doch recht „teenyhaften“ Reaktionen Gwendolyns und ihrer besten Freundin Leslie. Aber möchte nicht jeder ab und zu mal wieder 16 sein, die ersten Schmetterlinge im Bauch haben und das ständige Gekicher mit den Mädels, ach ja, das waren noch Zeiten. Ich merke schon, ich schweife ab. Worauf ich eigentlich hinaus wollte, ist folgendes: Rubinrot ist kein besonders tiefsinniger Roman. Aber er ist durchaus unterhaltsam und wenn man mit dieser Erwartung an das Buch heran tritt, wird man auch keineswegs enttäuscht werden.

Von Anfang an sprühen die Funken zwischen Gideon und Gwendolyn. Sie streiten sich zwar ununterbrochen, aber jeder weiß doch: „Was sich neckt, das liebt sich“. Ich finde die Dialoge zwischen den beiden einfach unschlagbar komisch. Einerseits Gideon, der immer total cool und erhaben rüberkommen möchte. Anderseits Gwendolyn, die dem nacheifern möchte, um sich nicht selbst die Blöße zu geben, jedoch dabei meist auf eine sehr humoristische Art versagt.

Auch die Nebencharaktere, finde ich, sind Frau Gier gut gelungen. Natürlich sind es oft altbekannte Stereotypen, jedoch kommt trotzdem nie Langeweile auf.
Charlotte und ihre Mutter Glenda sind fiese, arrogante Biester, wie sie im Buche stehen und ohne solche wäre es doch kein richtiger Teenyroman, oder?
Gwendolyns Mutter, Grace, ist eine sehr interessante Person. Auf der einen Seite sind ihre Reaktionen, auf Grundlage von mütterlichen Urinstinkten, total vorhersehbar. Auf der anderen Seite wiederum ist sie undurchschaubar und es ist nie ganz klar, wie viel sie eigentlich weiß. Ich bin gespannt, wie viel in den Folgebänden noch über Grace zu Tage kommt.

Gwendolyn höchstselbst ist einfach super. Ich mag ihre Art, ich mag ihre Denkweise, ich mag einfach alles an ihr. Sie ist total tollpatschig und redet/denkt oft etwas verquer, aber genau das sorgt für eine tolle Situationskomik.

Die ganze Geschichte wird aus ihrer Perspektive erzählt und somit kann man ihre Handlungsweisen natürlich am besten nachvollziehen. Außerdem erzeugt dieser einseitige Blickwinkel eine zusätzliche Spannung, da die Beweggründe der Anderen ja total im Dunkel bleiben.
Auch sehr gut gefallen haben mir ihre kläglichen Versuche Gespräche, welche in einer Fremdsprache geführt werden, in Gedanken zu übersetzten. Denn, auch wenn es irre komisch ist, mach ich das selbst oft genau so. 



Und dann wäre da schlussendlich noch Gideon. Ach ja, was soll ich sagen, vielleicht „verdammt, ist der scharf!!!“. Er hat etwas von einem Bad-boy, wie er da immer so auf cool und herabschauend macht. Urplötzlich kann er dann aber auch wieder sehr charmant und besitzergreifend sein. Ich bin echt mal gespannt wie sich die Beziehung zwischen ihm und Gwendolyn noch entwickeln wird. Bis jetzt jedenfalls sehr gut. Ich konnte mir den einen oder anderen kindischen Aufschreier einfach nicht verkneifen.


Stilistisch ist der Roman eher einfach gehalten. Soll heißen, keine komplexen Sätze oder schnörkelhaften Ausführungen. Aber es wirkte auch nie abgehackt oder zu simpel. Somit kann ich dem nichts negatives zuschreiben.

Als durchaus gelungen empfand ich zudem die Beschreibungen des alten Londons, denn aufgrund der Zeitreisen spielt ein Teil der Handlung in verschiedenen Vergangenheiten dieser Metropole. Die Autorin erzeugte immer die richtige Atmosphäre, damit ich mir die verschiedenen Zeitalter gut vorstellen konnte. Es kommt auch alles sehr authentisch rüber, allein durch die Erläuterungen der jeweils typischen Modestile.

Das Zeitreisen an sich wird ferner interessant beleuchtet. Denn es stimmt schon, wenn ich plötzlich merken würde, dass ich in die Vergangenheit reisen könnte, dann würde mich als erstes auch nicht das verdammte Zeitkontinuum interessieren. Sonder eher, was passiert wenn ich jetzt in die Vergangenheit reise, während ich mich im 3.Stock befinde und es diesen damals noch gar nicht gab?

Was ich ein bisschen merkwürdig finde, ist, dass Rubinrot wirklich nur der Anfang der Geschichte ist. Ich meine 345 Seiten sind nun auch nicht wenig, aber trotzdem hatte ich am Ende immer noch das Gefühl grade erst den Einstieg hinter mir zu haben. Versteht mich nicht falsch, es wird nicht herumgeschwafelt oder so. Die Handlung wird schnell voran getrieben und ist keine Seite lang langweilig. Ich vermute einfach es liegt an diesen unglaublich dicken Seiten und der großen Schrift. Somit habe ich zwar, vom Umfang her, ein normal dickes Buch gelesen, aber eigentlich erst geschätzte 150 Seiten, in Standartformatierung.
Dieses Phänomen führt jedenfalls dazu, dass ich die nächsten Bände kaum erwarten kann.

Fazit:

Ihr habt es ja schon gemerkt. Ich bin begeistert. Wenn ihr einen guten, leichten Jugendroman erwartet, werdet ihr von Rubinrot nicht enttäuscht werden.
Absolut empfehlenswert, 5 Skulls!
eure Püppie

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