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Montag, 28. Januar 2013

Buch - "Die Schwestern des Lichts" von Terry Goodkind







Titel: Das Schwert der Wahrheit – Die Schwestern des Lichts
Autor: Terry Goodkind
Genre: High Fantasy
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag
Seite: 1328
Preis: 10,00 €








Klappentext:
Richard Cypher hat über seinen Vater triumphiert - der machtgierige Magier Darken Rahl ist tot! Doch aus dem Sieg erwächst eine neue, allumfassende Bedrohung: Im Schleier zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Toten hat sich beim Kampf zwischen Vater und Sohn ein gefährlicher Riss aufgetan. Und nun droht der dunkle Hüter der Unterwelt in die Menschenwelt zu wechseln und alles Leben zu vernichten …


Rezension:
1316 Seiten!!! Dies ist das mit Abstand dickste Buch, was ich jemals gelesen habe und es war ein langer und beschwerlicher Kampf. Doch schlussendlich hat das Gute (Ich) triumphiert :). Ich kann nicht behaupten, dass sich dieser Monsterschmöker leicht lesen lässt. Oft musste ich mich regelrecht dazu zwingen weiter zu lesen. Das spricht nicht grade für das Buch würde ich sagen.

Dies ist ja der zweite Teil des elf Bände umfassenden Epos um Richard Cypher und sein Schwert der Wahrheit. Aufmerksam, auf diese Reihe, bin ich geworden, durch die aus ihr hervorgegange TV-Serie „Legend of the Seeker“, welche ich sehr gut finde. Zudem versteigerte damals gerade jemand seine ersten acht Bände des Epos, für sehr wenig Geld und da musste ich einfach zuschlagen.

Es ist schon eine Weile her, dass ich den ersten Band gelesen habe. Doch ich finde diesen eigentlich ganz gut, nur die Philosophie des Buches ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das ist auch im zweiten Band nicht anders.

Die Handlung setzt genau da ein, wo der erste Teil endete und mit genau, meine ich auch wirklich genau, auf die Sekunde genau. Richard hat Darken Rahl besiegt und ist nun mit seiner geliebten Kahlen auf dem Weg zurück zu den Schlammmenschen. Um diese weite Strecke schnellstens hinter sich zu bringen, fliegen die Beiden auf der Drachendame Scarlett, mit welcher Richard sich im ersten Band angefreundet hatte.
Währenddessen bleibt Zed zurück im Palast des Volkes, um das Chaos, nach dem Ende von Darken Rahls Herrschaft, zu lichten.

Richard und Kahlen genießen derweile ihr neues Liebesglück, bei den Schlammmenschen. Denn nachdem Richard einen Weg gefunden hat Kahlens Konfessormagie zu besiegen (als Konfessor hat sie die Macht Menschen für immer an sich zu binden, sie kann dies aber für gewöhnlich nicht, in Momenten großen Glücks, kontrollieren), können die beiden nun endlich zusammen sein. Sie wollen jetzt, schnellstmöglich heiraten.
Dann setzten bei Richard jedoch urplötzlich extremste Kopfschmerzen ein. Kurz darauf tauchen die Schwestern des Lichts auf, welche behaupten er hätte die Gabe der Magie und müsste mit ihnen kommen, da die Kopfschmerz ihn sonst umbringen würden.

Diese kurze Einführung in die Handlung der Geschichte zieht sich über gut und gerne 300 Seiten. Damit komm ich auch schon zum ersten Minuspunkt an diesem Buch. Es ist teilweise wahnsinnig langatmig. Nicht enden wollendes herum philosophieren, warum Richard denn so toll Bogen schießen kann oder sein ewiges Abstreiten seiner magischen Fähigkeiten. Welche mehr als offensichtlich sind und der Leser schon nach den ersten 20 Seiten erkannt hat.
Wenn dann wieder, ich behaupte jetzt mal wichtigere Passagen, der Handlung kommen, geht es auf einmal Schlag auf Schlag und es ist fast nicht möglich dem Gesehen zu folgen.

Positiv finde ich dafür die Beschreibungen der Umgebung. Hier herrscht eine bessere Ausgewogenheit und ich empfand sie nie als unnötig oder zu detailliert. Da die Welt, um Richard Cypher, sehr komplex ist, ist es auch nötig bestimmte Orte genau zu beschreiben. Dadurch konnte ich mir die jeweiligen Städte, Burgen etc., einfach viel besser vorstellen.

Gut gefallen haben mir auch die wechselnden Erzählperspektiven. Die Geschichte wird größtenteils von den 2 Hauptcharakteren Richard und Kahlen erzählt. Zwischendurch gibt es dann noch ein paar Passagen aus Zeds bzw. aus der Perspektive diverser Schwestern des Lichts. Ich mag es ja wenn der Leser mehr weiß als die gerade erzählende Person. Es verleiht der ganzen Geschichte einfach noch mehr Spannung. Zudem finde ich, dass der Autor einen tollen Effekt eingebracht hat und zwar passieren die verschiedenen Handlungen nicht auf einer geraden Zeitlinie, sondern ist es zunächst oft unklar welches Ereignis nach welchem stattfindet. Das mag jetzt vielleicht etwas verwirrend klingen, ist es aber nicht, da Herr Goodkind es geschafft hat, dass dies dem Leser erst im Verlauf der Geschehnisse bewusst wird. Glaubt mir, das führt zu ein paar schockierenden Erkenntnissen.

Was die Charaktere selbst angeht, muss ich sagen, war ich etwas enttäuscht, zumindest von Richards Entwicklung. Im ersten Band der Reihe mochte ich ihn eigentlich, gut er war schon damals sehr starrköpfig, aber immer noch in einem Maße, dass mir seine Art nicht auf die Nerven ging. Leider ist er im zweiten Teil noch dickköpfiger geworden, nur wirkt er jetzt des öfteren wie ein kleiner Junge, dem man keinen Lutscher gegeben hat. Wenn er nicht so versessen darauf wäre die ganze Zeit gegen jeden anzukämpfen, würde er viel schneller zu Erkenntnissen gelangen, welche die Handlung um einige sinnlose Seiten verkürzt hätte.

Kahlen hingen ist mir in diesem Band umso sympathischer geworden. Sie geht durch jede nur erdenkliche Hölle, um Richard und auch die gesamten Midlands zu schützen. Ihre Opferbereitschaft ist beeindruckend und ihre Denkweise immer nachvollziehbar. Vielleicht gerade, weil sie zumeist schwere Entscheidungen für ganze Bevölkerungsgruppen treffen muss und es in dem sich entwickelnden Krieg, eben einfach kein Falsch oder Richtig gibt. Sondern nur die Möglichkeit, so wenig Opfer wie machbar zu erzielen.

Apropos, die Midlands, also die Welt in welcher dieser ganze Epos spielt, ist auch in diesem Band mal wieder bemerkenswert. Terry Goodkind hat wirklich eine sehr gut durchdachte Welt erschaffen, in welcher viel noch nie da gewesenes in Erscheinung tritt. Ich meine, heutzutage gibt es doch in jedem zweiten High Fantasy Roman Elfen und Trolle. Aber nicht so in den Midlands, hier besteht noch eine überraschende Originalität.

Eine letzte Warnung noch, an alle die dieses Buch vielleicht lesen wollen. Es ist nichts für Menschen mit einem allzu zartem Gemüt. Selbst ich die, die „Die Purpurnen Flüsse“ als leichte Abendlektüre empfand, musste das Buch hier an manchen Stellen kurz zur Seite legen und erst mal tief durchatmen. Es wird einem alles geboten, angefangen bei Massenvergewaltigungen, über Vergewaltigungen durch Monster, bis hin zum Abziehen Der Haut bei lebendigem Leib. Natürlich haarklein beschrieben, damit ich mir das Ganze auch richtig vorstellen kann. Ich wollte es nur mal angemerkt haben, dieses Buch ist nichts für Leute mit einem schwachen Magen.

Fazit:
Schlussendlich finde ich „Die Schwestern des Lichts“ gut, aber nicht überragend. Wer ein Fan von High Fantasy Epen ist, wird dieses Buch durchaus mögen. Jedoch verpasst man auch nichts, wenn man die Reihe nicht gelesen hat. Die nächsten sechs Bände werden wohl noch eine Weile in meinem Regal vor sich hin stauben, bis ich mich an den nächsten Band wage.

Von mir gibt es 3 Skulls.
eure püppie




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