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Samstag, 5. Januar 2013

Buch - "Die Assassine" von Joshua Palmatier

dooyoo.de






Titel: Die Assassine
Autor: Joshua Palmatier
Genre: Fantasy
Verlag: Bastei Lübbe (Batei Verlag)
Seiten: 384
Preis: 7,99€






Der Klappentext:
In den Palästen und Hallen Amenkors herrscht trügerischer Friede. Doch in den Gassen der Unterstadt leben die Menschen in bitterer Armut. Als obdachlose Waise hat Varis gelernt zu kämpfen. Dabei hilft ihr ihre besondere Gabe: Sie kann die wahre Natur der Menschen sehen. Eines Tages tritt ein Meister-Assassine an sie heran und bietet ihr Arbeit an. Varis soll für das Gute töten. Doch was soll sie tun, wenn sie erkennt, dass selbst in den Guten das Böse wohnt?  

Die Rezension: 
Getreu dem Motto: "Erst mal kaufen..." landete auch dieses Buch auf meinem SuB und durfte sich in die Warteschlange einreihen. Aber als ich endlich damit begann, konnte es mich schon nach den ersten Seiten  begeistern und ich musste weiter lesen.

Der Leser landet mitten im Plot, mitten in der Handlung, was mir schon sehr gut gefallen hat. Ich wurde quasi zum Weiterlesen gezwungen. Es fühlte sich seltsam an, wieder einen Ich-Erzähler zu haben, mit dem man hin und her geworfen wurde und alle möglichen Emotionen durchlebte. Die Einstiege waren immer etwas schwierig, aber der Leser findet sich schnell ein und kann gut mir Varis mitgehen.

Varis selbst ist ein starkes, junges Mädchen. Aber auch schreckhaft und zurückhaltend. Sie geht Gefahren lieber aus dem Weg, greift aber an, wenn es um ihr Leben geht. Sie ist ein sehr tiefer Charakter, der auch einige Schwächen aufweist. Sie ist sehr emotional und weint oft. Ab und an habe ich sie auch nicht verstanden und mich gefragt, warum sie das jetzt so bewegt. Gleichzeitig war es auch spannend zu sehen, wie sie den Personen gegenüber tritt und sich bei ihnen verhält. Mir gefiel es meist, dass sie eben nicht so reagierte, wie ich erwartet hatte.
Ihre besondere Fähigkeit ist, dass sie die Welt, wie sie es nennt, als "Fluss" sehen kann. Das heißt, dass alles um sie herum Grau wird und gefährliche Personen, die ihr schaden können, erscheinen Rot. Im Verlauf des Buches lernt sie, mit dem Fluss umzugehen, da es nicht so einfach ist, wie es scheint. Sie lernt ihn gezielter anzuwenden, sich nicht in ihm zu verlieren und Kraft aus ihm zu schöpfen.

Die anderen Personen sind auch alle sehr gut. Sie scheinen alle sehr echt und real, mit eigenen Merkmalen, Stärken und Schwächen. Keiner wirkt aufgesetzt, fehl platziert oder eingeführt, nur weil es an einer Person mangelt. Es wird auch nie unübersichtlich, sind also nie zu viele Personen.

Bis auf die Erzählform ist es sehr gut geschrieben und gut zu lesen. Keine unnötigen Längen oder zu viele Beschreibungen. Die Morde sind meist auch sehr detailliert beschrieben, ebenso die Umgebung und Personen. Der Detailreichtum gefiel mir sehr gut. Es ist gerade richtig, nicht überladen, schön geradlinig und mit einigen tollen Formulierungen. Die Sätze klingen und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Der Autor watet hin und wieder mit Überraschungen auf, reißt den Leser förmlich mit, oder schickt ihn auch mal allein los um etwas zu entdecken. 

Eine Stelle gefiel mir nicht so gut. Ich wollte wissen, wie es weiter geht, da ein Wandel in Varis' Leben stattfand, aber es passierte nichts. Das fand ich recht anstrengend und war froh, als es weiter ging. 

Die zweite Erzählperspektive fand ich ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig, da auch nicht ganz klar war, wer sie erzählt. An einigen Stellen tauchen Zwischenkapitel auf (ebenfalls im Ich-Erzähler), die ich erst nicht richtig zuordnen konnte. Passiert das parallel? Ist es schon passiert oder wird es noch passieren? Das wurde erst später aufgelöst. Ich fand diese Kapitel an sich richtig gut und spannend, nur wäre ein wenig mehr Klarheit auch nicht schlecht gewesen, auch wenn man irgendwann selbst drauf kommt, wer die erzählt. 

Das Ende. Tja, da wusste ich erst nicht was ich von halten sollte. Kurz vor Schluss war es dann nur noch verwirrend, undurchsichtig und seltsam. Es ging drunter und drüber, es war schwer zuzuordnen um wessen Gedanken es ging und wie es zusammen passt. Als es vorüber war, fand ich es allerdings genial gemacht, egal wie verstörend es zuerst schien. Wirklich gelungen umgesetzt, mit Mut den Leser damit an eine Grenze zu bringen. 

Fazit:
Für mich eine richtig gute Umsetzung der Idee und ich freue mich auf den Folgeband!
4 von 5 Skulls! Ein Buch mit Potential, klare Leseempfehlung von mir!



eure engelsmomente

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