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Mittwoch, 7. November 2012

Geisterstundeninterview – Zwölf Fragen an Deborah C. Winter




Die junge Autorin Deborah C. Winter startet zur Zeit mit dem Auftakt ihrer Reihe „Cold Belt“ im Silberflügel Verlag durch. Dabei muss sie sich Twillight-Vergleichen, einer Sieben-Tage-Woche und einem Haufen Ideen stellen.
Nach meiner Lektüre des Romans „Cold Belt“ habe ich mich in den Waden der Autorin verbissen und sie fix zu einem Interview gebeten. So fix war das dann allerdings nicht, denn als ich sie am vereinbarten Termin anschrieb, kam als Antwort: „Ah! Heute ist ja Sonntag!!! Da war doch was xD“.
Obwohl Frau Winter mich vergessen hatte, nahm sie sich die Zeit und stellte sich ausführlich und charmant meinen Fragen. Ich durfte eine sehr offene Autorin erleben, die mir schnell sympathisch wurde und hatte einen lustigen Sonntagnachmittag.
                                                                   




Stell dich und dein Buch doch einmal kurz vor.

Hallo liebe Leser!
:DIch nutze den Namen "Deborah C. Winter", um unter diesem Namen Fantasyromane zu schreiben. Dieser Name hat für mich eine tiefere Bedeutung. Deborah ist der Name meine Cousine, die leider viel zu jung gestorben ist. Und das C. wird im englischen "see" ausgesprochen und der Winter für die schönste Jahreszeit, die es gibt. :)Der Schnee hat etwas so reines und unschuldiges an sich, da fand ich den Namen passend.
Ich bin ehrlich gesagt ziemlich tollpatschig, schaffe es Dinge kaputt zu machen, lasse Sachen verschwinden ... selbst ein Kühlschrank kann in meiner Wohnung verloren gehen und findet sich irgendwann im Keller wieder (weiß Gott, wie der da runter kam). Ich fand sogar mal eine Armbanduhr unter dem Kleiderschrank wieder, den man nur mit zwei Mann anheben konnte ... ja, ich bin eine Zauberin. Schusselig bin ich auch, hätte ich doch beinahe verschwitzt, dass ich heute Mendeas Fragen beantworten sollte. ;-)
"Cold Belt" ist meine erste Reihe unter diesem Namen und auch das erste Buch, was ich ohne Verlag im Nacken herausbringe. Ursprünglich sollte es nur eine Kurzgeschichte werden. Tja, aber dann redeten alle um mich herum von Twilight (was, sorry, irgendwann ganz schön nervig wurde) und wie toll Bella doch sei. Ich sehe das aber anders. Ich finde, Bella ist ein schlechtes Vorbild für junge Mädchen. Sie wird depressiv und würde sich für ihren Edward sogar töten, vernachlässigt Freunde und Familie. Daher wollte ich auch eine weibliche Hauptfigur schaffen, die ein Vorbild für junge Menschen ist.
Der zweite wichtige Aspekt in Cold Belt ist die Diskriminierung. Ich habe lange überlegt, welche Figuren ich für diese Rolle verwenden könnte. Es musste eine Gruppe sein, die in jeder Altersgruppe, auf jedem Kontinent vorkommt und da blieben nur die Vampire übrig. Ich selbst bin kein großer Vampirfan, aber sie passten gut in die Story hinein.
In Cold Belt geht es also eher um eine junge, starke Frau, um den Krieg, Diskriminierung und auch Liebe, Unterdrückung und einer Zukunft, die so vielleicht passieren könnte. Vielleicht nicht mit Vampiren, aber mit Menschen, die wir als "anders" empfinden.

Hehe! Zum Glück ist dir der Interviewtermin noch eingefallen :-) Gut zu wissen, dass auch Autoren „nur“ Menschen sind.
Du sprichst den Twillight-Vergleich ja selbst schon an und er ist auch mir beim Lesen der Inhaltsangabe in den Sinn gekommen. Wie gehst du damit um?

Es gibt natürlich Parallelen. Junges Mädel verliebt sich in Vampir. Die haben magische Kräfte. Junges Mädel zieht von Großstadt in Kleinstadt und sonst? Lilly ist das genaue Gegenteil von Bella. Gut, auch sie ist 17 und hat braune Haare, aber sonst?
Auch Caleb ist ganz anders als Edward. Caleb ist noch nicht lange ein Vampir, ist gut gebräunt, glitzert nicht ... ist arrogant, oh ja und er spielt Klavier.
Aber Cold Belt ist einfach anders als Twilight. In Cold Belt wissen die Menschen, das es Vampire gibt. In Twilight dreht sich alles um die Liebesgeschichte der beiden, es kommen noch Werwölfe zum Einsatz. Bei Cold Belt geht es um die Geschichte. Die Liebesszenen sind nur ein Teil davon und Werwölfe gibt es nicht.
Ich höre mir aber an, warum es ähnlich sein soll. Es gibt natürlich immer Ähnlichkeiten, aber manche sind schon etwas seltsam. Es gibt viele Figuren in Büchern, die braune Haare haben, oder Klavier spielen. Kritik ist gerne willkommen, aber alles kann ich nicht umsetzen. Einmal kam sogar: In Twilight kommt auch eine Schule vor, du hast also doch abgeschrieben - sorry, aber so was kann ich dann nicht rausnehmen;).

In deinem Roman setzt du dich mit Diskriminierung und Rassenhass gegenüber den Vampiren auseinander. Diskriminierung ist ja auch in der heutigen Zeit leider noch ein Problem. Was wäre denn deine Meinung zu Vampiren, wenn du in deiner Romanwelt leben würdest? Hättest du Angst?

Ich glaube, wenn ich 2027 noch jung wäre, also so alt wie Lilly, dann ja. Würde ich 2027 aber als 43 Jährige (Oh Gott) erleben, dann nein.
Jetzt erlebe ich ja eine Zeit ohne Vampire und wenn sie plötzlich auftauchen würden ala "Wir haben schon immer unter euch gelebt", warum sollte ich dann Angst haben? Sicher, ich würde vorsichtiger werden, dann wäre die Angst da, doch gebissen zu werden. Das ist wie, als schliefe man in einem Raum, von dem man glaubt, dass dort keine Spinne ist. Aber sieht man eine hineinkrabbeln ... dann schläft man nicht mehr so gut, auch wenn einem die Spinne nichts tun würde.
Würde ich erst später geboren werden und wäre noch ein junges Mädchen, dann hätten meine Eltern mich sicher vor den Vampiren gewarnt und das schürt die Angst doch mehr, als wenn man damit normal aufwächst. Die Nachrichten tun ihr übriges und wenn die Regierung die Vampire wegsperrt, nach einem Krieg, der viele Leben gekostet hat, dann müssen sie doch gefährlich sein, oder etwa nicht?
Die heutige Jugend hinterfragt vieles leider nicht mehr, sondern richtet sich nach der Massenmeinung. Leider hat unsere Geschichte schon oft gezeigt, dass dies oft der falsche Weg ist.

Da steckt viel Wahrheit drin. Würdest du „Cold Belt“ als Dystopie bezeichnen?

Ja, :)Band 1 ist ja nur die Einführung. Man lernt die Figuren kennen, die Welt und das System, was hinter der Geschichte steckt. Im zweiten Band wird es ernster und düsterer. Die letzten beiden Bände werden dann sehr düster.

Wie viele Teile wird „Cold Belt“ haben und wann dürfen wir auf den nächsten Teil hoffen?

10 Bände. Klingt jetzt erst einmal viel, aber sie sind Unterteilt. 4 Bände hat die Hauptgeschichte. Ein "Buch im Buch" = Rosenrot und Tot - ist ein Roman, der in der Reihe vorkommt, auch das wird als richtiger Roman umgesetzt.
Eine Fortsetzung, nach der Hauptgeschichte und 4 Charakterbücher mit je 2-3 Figuren. Viele Figuren kommen in der Geschichte vor, nur würden sie die eigentliche Handlung verstopfen, daher bekommen sie ihren eigenen kleinen Auftritt.

Das ist ein Haufen Arbeit. Hast du da noch Zeit für andere Ideen?

Das schon. Cold Belt erscheint immer Halbjährlich im Dezember und im Juni. Ich bin ja Selbstständig und hänge quasi 24 Stunden rund um die Uhr zuhause rum. Wenn ich mit etwas schneller fertig werden muss, arbeite ich auch mal eine Nacht durch, oder das ganze Wochenende, das bleibt dabei nicht aus. :)Andere Bücher schreibe ich nebenher, wenn ich mit Cold Belt fertig bin. Ich habe schon viel geplant und möchte mindestens 5 Bücher jährlich herausbringen.

Wow! Das ist echt eine krasse Leistung! Selbst bekannte Autoren bringen weniger raus. Gibt es denn Menschen, die dich in deinem Schreiben beeinflusst haben? Irgendwelche Vorbilder oder Menschen, die dich geprägt haben?

Menschen die mich geprägt haben? Am ehesten wohl Stephen Hawking. Er hat so eine schwere Krankheit, schreibt dennoch Bücher und ist noch immer neugierig, vermittelt anderen Menschen wissen, das finde ich großartig!
Ansonsten haben mich eher Serien beeinflusst, wie z.B. Lady Oskar (da ging es um die Französische Revolution), oder Sailor Moon, wo es um Liebe und Freundschaft ging.
Oh, ich könnte Bücher darüber schreiben XD

Du scheinst ja an vielen verschiedenen Projekten zu arbeiten. Gibt es irgendein Genre, das dir besonders schwer fallen würde?

Ich finde Kriminalromane schwer zu schreiben. Serien wie "Monk" oder "Kriminal Minds" sind der Hammer. Ich habe mich auch mal an zwei Geschichten versucht, aber das driftet immer wieder ins Fantasygenre ab. Ansonsten schreibe ich alles, was mir in die Finger kommt.

Was ist dein absolutes Lieblingsbuch? Von deinen eigenen abgesehen? ^^

Ich glaube ... "Pony, Bär und Apfelbaum". Das fand ich als Kleinkind schon toll und ich musste es mir jetzt als Erwachsene wieder kaufen.

Wie süß, ich kann mich kaum noch an Kinderbücher von mir damals erinnern. Was machst du denn, wenn du nicht schreibst?

Wenn ich nicht schreibe schlafe ich ... oder mache meinen eigentlichen Job ;)Ich arbeite für Verlage und Firmen und entwerfe Figuren, entwickle Geschichten, Buchcover und entwerfe Handlungsbögen auf Ghostwritertätigkeit. Das ist oft sehr trockene Arbeit, aber es gibt auch viele Möglichkeiten sich auszutoben und sich frei zu entfalten.

Jetzt beneide ich dich. Damit hast du ja schon dein Hobby zum Beruf gemacht. Worauf können wir uns denn in naher Zukunft von dir als Autorin freuen?

Das war und ist auch viel Arbeit ;)Ich habe ganz klein angefangen und neben meiner Ausbildung nach Feierabend und am Wochenende geübt. Später ging ich arbeiten und auch da ging meine Freizeit für das lernen und üben drauf. Jetzt arbeite ich 7 Tage die Woche, das ist oft sehr anstrengend, aber ohne Chef arbeiten zu können ist einfach toll. Ich kann mit mittlerweile die Jobs frei aussuchen, aber der Weg dorthin war steinig.
Dieses Jahr erscheinen noch 2 Bücher. Neben Cold Belt noch ein Frauenroman. Nächstes Jahr gibt es dann wieder zwei Romane von Cold Belt und einige Fantasyromane, die mir schon lange auf der Seele lagen

Supi, das war es auch schon, aber natürlich bekommst du auch noch Platz für die berühmten letzten Worte. Was möchtest du noch sagen?

Lebe deinen Traum :DUnd auch wenn der Weg steinig ist, er ist es wert gegangen zu werden.

Mein Dank geht an Deborah C. Winter, dass sie sich die Zeit genommen hat für mein Interview. Ich hoffe, dass wir bald mehr von ihr Lesen werden.

Zu der Rezension von „Cold Belt“ geht es hier.

Eure Mendea

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