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Freitag, 5. Oktober 2012

Geisterstundeninterview - 12 Fragen an David Rohlmann




Er ist der jüngste Autor des Epidu-Verlages und wahrscheinlich auch der unkonventionellste. David Michel Rohlmann gelang mit "Schwert & Revolver" ein bunter, mitreißender Roman, der sich an keine Genregrenzen hält. Grund genug, ihn zum Gespräch zu bitten und uns die Person hinter dem Roman mal etwas genauer anzusehen. Wer Laar für einen Idioten hält, warum selbst Männer sich manchmal nicht kurzfassen können und was es eigentlich mit den blonden Haaren auf sich hat, erfahrt ihr im folgenden Interview! 


Beginnen wir mit etwas Leichtem. Stell dich und dein Buch doch mal vor.

Mein Name ist David Michel Rohlmann und ich bin 22 Jahre alt. In meiner Freizeit studiere ich die Fächer Informatik und Philosophie auf Lehramt Oberstufe, hauptberuflich bin ich Fantasy-Autor ;-)
Mein Erstlingswerk "Schwert und Revolver" ist dieses Jahr, 2012, zur Leipziger Buchmesse am 15. März im EPIDU-Verlag erschienen, nachdem es zuvor von Lesern unter die besten 5 Romane gewählt wurde. Es ist kein klassischer Fantasy-Roman, sondern vermischt verschiedene Genres - Fantasy, Abenteuerroman, Humor, SciFi und eine Spur Steampunk - ohne sich selbst zu ernst zu nehmen und stets mit einem Augenzwinkern.


Das klingt nach einem vollen Zeitplan. Woher nimmst du dabei die Inspiration für deine Geschichten?
Die Inspiration ziehe ich meist aus meinem Umfeld und verarbeite sie solange - bewusst und unbewusst - bis etwas Neues entsteht. Philosophische Themen werden angerissen, informatische Fachbegriffe zweckentfremdet und neu in die Fantasy-Welt integriert und nicht zuletzt haben auch meine Charaktere die ein oder andere Eigenschaft von Bekannten und Freunden erhalten.

Genau darauf wollte ich hinaus. ^^ Die Vorlage zu deinen Charakteren lieferten einige Freunde. Waren sie denn alle mit ihrem Alterego zufrieden?
Von Vorlagen zu sprechen, wäre fast ein bisschen übertrieben! Immerhin habe ich das meiste überspitzt und auch das ein oder andere, neue hinzugefügt... Ich muss allerdings gestehen, dass die wenigsten meiner Freunde davon wussten bis das Buch verlegt war... Sie haben kurz nach Erscheinen des Buches alle ein Exemplar geschenkt bekommen, aber ehrlich gesagt, dachte ich, dass sie nur mal einen flüchtigen Blick rein werfen würden, und das war's. Keiner von denen ist ein Bücherwurm! Unglücklicherweise hat direkt einer von ihnen das Buch aufgeschlagen, rein geguckt und gerufen: "J4N?! Bin das etwa ich?!" und meine Hoffnung diesbezüglich zerschlagen. ;-)
Das abschließende Urteil von ihnen steht noch aus... Allerdings denke ich, dass keiner von meinen Helden besonders unsympathisch daher kommt, also habe ich keine großen Bedenken...
Andererseits finde ich auch, dass Laar ein toller Charakter ist, und dessen Vorlage hat zu mir gesagt: "Laar ist ein Idiot. Streich den raus!"

Wenn das nicht mal eine Selbsteinschätzung ist.  :D Wie viel Garis steckt denn in dir? Oder umgekehrt, wie viel David steckt in Garis? Von der Haarfarbe mal abgesehen.
... Meine Haarfarbe ist blond, die von Garis ist (erstmal) weiß! ... Andererseits hat man mich in meiner Kindheit oft versucht, damit zu ärgern, dass ich weißes Haar hätte, weil sie so hell blond waren. Insofern steckt vermutlich schon einiges von mir in Garis! Aber vermutlich nicht viel mehr, als auch in den übrigen Charakteren. Ich glaub, es ist als Autor sehr schwer wirklich überzeugende Charaktere zu erschaffen, wenn man mit ihnen nicht wenigstens die ein oder andere Eigenschaft und Überzeugung teilt.

Das macht es zumindest leichter, wahrscheinlich. Wenn du "Schwert & Revolver" mit einem Wort beschreiben müsstest, wäre das welches?
Interessante Frage... Hm... Ich kann das Buch nicht einmal angemessen, zusammenfassen, und jetzt das?! : D ... Gibt es ein Wort, das sowohl Humor als auch Action zusammenfasst? Spektakel, vielleicht? Denn das sind beides gewichtige Aspekte in der Geschichte: es gibt lustige Sprüche, witzige Charaktere und humorvolle Einlagen, aber es geht auch ordentlich zur Sache, viele Kämpfe und Gefechte.. und dies zusammen hebt das Buch aus den üblichen Fantasy-Romanen hervor, denke ich.

Was frage ich einen Wortkünstler auch nach nur einem Wort ;-) Widmen wir uns mal einem unliebsamen Thema. Schreibblockaden! Quälen sie dich auch gelegentlich oder hast du ein Geheimrezept?
Ich habe... eigentlich keine Schreibblockaden. Natürlich schreibe ich auch nicht monatelang durch! Es gibt immer mal wieder Phasen im Jahr (unglücklicherweise meist in der Klausur-Zeit), in denen ich besonders intensiv schreibe, teilweise bis zu 8 Seiten am Tag, meist jedoch eher so 2, 3 Seiten. Allerdings kann man sich in Zeiten des Fernsehens und Internets auch wunderbar selbst vom Schreiben abhalten (was dann oftmals auch als Schreibblockade ausgegeben wird), daher gehe ich, wenn ich denn schreiben möchte, oft in ein Café oder bei gutem Wetter in eine Parkanlage. Dort habe ich kein Internet, muss mich also auf mein leeres Word-Dokument konzentrieren und hab außerdem eine lebendige Umgebung, aus der ich Inspiration schöpfen kann.. Natürlich hat man auch mal das Gefühl trotzdem nur Müll zu schreiben, aber bisher konnte ich meinen geschriebenen Müll noch immer gut wiederverwerten. ;-)

Wortrecylcling, auch mal was. Gibt es ein Thema, über das du gerne mal schreiben würdest oder ein besonderes Genre?
Hm, ich fühle mich in meinem Phantastik/Fantasy-Bereich eigentlich ganz wohl! :-) Ich denke, Menschen zum Träumen zu bringen ist heutzutage genauso wichtig geworden, wie Menschen zum Nachdenken zu bringen. Aber ich lege mich da auch nicht fest, ich mische gerne Genres - so ja auch beim aktuellen Buch. Ein Fantasy-Krimi würde mir vielleicht auch noch Spaß machen. Und an Themen mangelt es mir sowieso nie! Ich wünschte, ich hätte mal eines, über das ich nicht schreiben wollen würde. ;-)

Gibt es denn ein Genre, dass dir schwer fallen würde?
Ich denke, da gibt es schon einige. Für einen puren Krimi fehlt mir die Erfahrung, und sehr schnulzige Liebesromane mag ich nicht einmal lesen, geschweige denn schreiben. Um nur mal zwei Sachen zu nennen. ;-)

Gibt es denn schon neue Ideen? Oder reift gerade sogar schon ein weiteres Skript heran?
Ja, Ideen häufen sich bei mir erschreckend schnell an, daher trage ich auch stets ein Notizbuch mit mir rum. So kann ich die Ideen festhalten und erst einmal aus meinem Bewusstsein verbannen. Die reifen dann meist noch einige Wochen oder Monate im Unterbewusstsein, bevor sie sich mir noch einmal in verbesserter Form oder als Lösung für eine komplizierte Plotwendung präsentieren. Ich versuche gerade das Skript zum zweiten Band von "Schwert und Revolver" zu schreiben, aber noch komme ich nicht wirklich voran. Vielleicht werde ich mich zum Ausgleich nach gefühlten 100 Überarbeitungen von "Schwert und Revolver" erst einmal wieder einer ganz anderen Geschichte zuwenden, mal sehen. Geschrieben wird aber weiterhin!

Und welchem Buch - außer dem Notizbuch - widmest du derzeit dein Interesse? Also, was liest du gerade? ^^
Derzeit lese ich „Die Wellenläufer“-Trilogie von Kai Meyer, einer meiner absoluten Lieblingsautoren! Aber "Skulduggery Pleasant" Band 3 liegt auch schon griffbereit, wenn ich damit durch bin ;-)

Wo wir schon bei Lieblingsautoren sind: Hast du Vorbilder? Menschen, die dich beeindruckt haben oder inspirieren?
Na klar! Die Bücher von Derek Landy und Douglas Adams haben mich oft zum Lachen gebracht, und zumindest der aberwitzige Plotaufbau von "Per Anhalter durch die Galaxis" hat sich wohl ein bisschen in "Schwert und Revolver" niedergeschlagen - allerdings ist der Humor nicht der gleiche. Außerdem lese ich neben Kai Meyer gerne Cornelia Funke und auch Michael Ende: diese drei haben ein ungeheures Geschick mit Worten und können jedes noch so banale Ereignis phantastisch und jede phantastische Begebenheit alltäglich wirken lassen. In literarischer Hinsicht würde ich sie schon zu meinen Vorbildern zählen, obwohl ich keinem von ihnen gänzlich nacheifere.

Große Namen und tolle Schriftsteller, die man wohl als Inspiration empfehlen kann. Da bleibt mir nicht mehr viel zu sagen, außer, dass ich mit einem Pangalaktischen Donnergurgler auf dich anstoße und dir weiterhin viel Erfolg mit "Schwert & Revolver" und allen kommenden Projekten wünsche. Danke für das schöne Interview. Die berühmten letzten Worte überlasse ich dir. Möchtest du noch irgendwas los werden?
Hat mich gefreut! Letzte Worte? Na soweit ist es hoffentlich noch nicht mit mir... Wie wäre es mit: 42, und nehmt immer euer Handtuch mit ;-)

Die Rezension zu dem Buch „Schwert & Revolver“ findet ihr hier.
Eure Sy

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