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Freitag, 5. Oktober 2012

Buch - »Fifty Shades of Grey« von E.L. James







 Titel: Fifty Shades of Grey
Autorin: E.L. James
Verlag: Vintage
Sprache: Englisch
Genre: Liebe / Erotik
Seiten: 528








Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …

Ein Hype geht um die Welt und die Deutschen brauchen ja bekanntlich immer etwas länger bis alles aus Amerika bzw. England zu uns herüber schwappt. Einige Sachen wären auch am besten gleich da geblieben...
Ich habe mir den Rummel um dieses Buch angesehen, die Rezensionen verfolgt und sogar die Leseproben betrachtet. Ein Erotikroman! Über BDSM! Und das alles ist aus einer Twillight-Fanfiction entstanden! Die Welt begeistert sich für ein Buch, in dem nach voller Lust »gefickt« werden darf.
Nach dem mich andere Bloggerinnen so neugierig gemacht hatten, beschloss ich es auf englisch zu kaufen – im englischen Original sollte es nämlich nicht ganz so flach sein. 

Was erwartet man von so einem Buch, nach dem man schon so viel gehört hatte? Bestimmt nichts tiefgehendes, aber dafür prickelnd oder schockierend und vielleicht sogar etwas, das einen rot werden lässt beim Lesen.
Keiner der genannten Punkte traf zu.

Die Story fängt recht seicht an. Sie trifft ihn, beide vergucken sich, er stalkt sie. Im klassischen Sinne fast schon eine typische Liebesgeschichte. Man fragt sich die ganze Zeit: Und wo genau waren die schockierenden Szenen? Es zieht sich – was wohl daran liegen mag, dass ich nicht der typische Lovestory-Leser bin.
Selbst nach der Hälfte, wo es dann mal richtig »ernst« wird, ist es doch immer noch zu sehr vanilla und ich dachte mir, das sei ja immer noch nicht erschreckend. Ich habe mich dann damit abgefunden und könnte natürlich darüber hinwegsehen, wenn der Rest der Geschichte wenigstens ansprechend gewesen wäre.

Der Handlungsverlauf ist nachvollziehbar. Wirkliche Spannungsmomente gibt es nicht, aber brauch man für die Geschichte auch nicht. An sich alles sehr gut durchdacht. Man erkennt die Twillight-Paralelen, sie wirken aber nicht aufdringlich.
Christian Grey ist ein genialer Charakter, der spannend ist, Tiefgang hat und eine dunkle Vergangenheit, über die man wesentlich mehr erfahren will. (Es gibt ja noch zwei andere Bücher, das lässt ja hoffen.) Seine Marotten, seine Art, sein ganzes Sein wirkte auf den Leser und man musste ihn entweder lieben oder hassen.

Der dramatische K.O.-Punkt ist jedoch Ana. Sie ist.... ätzend. Schrecklich. Die grausamste Protagonistin, die mir je über den Weg gelaufen ist. Während eines Gespräches (egal ob über Sex oder nicht) wird sie gefühlte 38mal rot. So prüde kann kein Mensch sein. Außerdem wäre ihre normale Hautfarbe dann wohl eher rot, schließlich hatte sie nie Zeit, wieder eine andere Farbe anzunehmen.
Sie ist naiv, ein Mäuschen und lebt – meiner Meinung nach – hinterm Mond. Man kann bei ihr nur den Kopf schütteln und dadurch kaum mit ihr mitfühlen.
Zwischendurch hat sie mal Glanzmomente, in denen sie frech und stark ist und Christian ganz charmant Paroli bietet. So eine Ana hätte man sich das ganze Buch über gewünscht. Die Szenen machten Spaß zu lesen (gerade die Emails und die lustigen Betreffzeilen). Besonders das Verhalten ihrer Alter Egos, wie der Inneren Göttin, fand ich gelungen und ließen mich zwischendurch doch schmunzeln.

Zur Sprache: Sie ist recht simpel und trotzdem nicht flach. Es wird viel umschrieben oder beschrieben, aber doch irgendwie einfach gehalten. Da ich es im englischen gelesen habe, war ich recht froh drum. Im Deutschen wäre es mir wohl drastisch auf den Keks gegangen. Wortwiederholungen sind an der Tagesordnung und Ticks, die ich eigentlich an Charakteren so charmant finde, nerven einen schnell. (Ja, verdammt! Ich weiß, dass er andauernd seinen Kopf schief legt!)

Alles in allem vielleicht ein Buch, dass man entspannt im Urlaub lesen kann, wenn man gerade eh nichts besseres zu tun hat. Es gibt garantiert keine rote Ohren beim Lesen.
Mein Fazit: Man muss zum Glück nicht jeden Hype mitmachen. Teil 2 und 3 werde ich nicht lesen, aber ich kann jetzt verstehen, warum die einen es lieben und die anderen … nicht.

Ein Skull dafür, dass ich es immerhin durchgelesen habe und einer für die wenigen amüsanten Momente. Macht leider nur 2 Skulls.




Eure Sy

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