Seiten

Freitag, 5. Oktober 2012

Buch - "Die Totenleserin" von Ariana Franklin


Titel: Die Totenleserin
Autorin: Ariana Franklin
Genre: Historischer Krimi
Verlag: Knaur
Seiten: 496
Preis: 8,95€





Cambridge 1170: Um entsetzliche Kindermorde aufzuklären, wird aus Salerno ein Totenarzt gerufen – auch wenn diese Kunst alles andere als gottgefällig ist. Keiner ahnt, dass es sich dabei um eine junge Frau handelt, die Beste ihres Fachs. Mit ihrer direkten Art, Aberglauben und Vorurteilen entgegenzutreten, irritiert sie die Mächtigen der Stadt. Der Steuereintreiber des Königs dagegen hat andere Gründe, auf Adelia aufmerksam zu werden ...

Ein kleiner Junge wird tot aufgefunden, angeblich von den Juden gekreuzigt. Als drei weitere Kinder sterben, droht in Cambridge ein Aufruhr. Heinrich II., König von England, muss den wahren Mörder finden und sendet nach einem Totenarzt.Ausgebildet an der berühmten Hochschule von Salerno ist Adelia eine der wenigen Medizinerinnen ihrer Zeit – von ihrem Vater hat sie im Verborgenen sogar das Handwerk der Pathologie gelernt.

Doch um als Frau überhaupt ermitteln zu können, muss sie im kalten, barbarischen England ihre wahre Identität verbergen. Undurchsichtige Stadtväter versuchen die Aufklärung der Morde zu vereiteln, das nahe gelegene Kloster ist nur am schwunghaften Reliquienhandel mit den Gebeinen des toten Jungen interessiert – und auch Sir Roland, der Steuereintreiber des Königs, scheint verdächtige Ziel zu verfolgen. Zugleich weckt er in Adelia Gefühle, die sie vollkommen verwirren.

Wem kann sie vertrauen?

Quelle: http://www.die-totenleserin.de

Das Buch ist ein wahrer Schmaus. Einerseits für Krimifans und andererseits für Mittelalterfans, denn von beiden Genres werden die besten Teile vermischt. Es ist ein wunderschöner Krimi in einem spannenden Cambridge. Alles wirkt sehr gut recherchiert und so schafft die Autorin ein stimmiges Bild von einem kalten, biederen und vor allem abergläubischen England.

Die Ärztin Adelia bekommt vom König von Sizilien den Auftrag die Kindermorde in England zu untersuchen. Allein die Tatsache, das sie eine Frau ist, ist dabei hinderlich. Dass sie eine Ärztin ist, macht es kaum besser, da England im Gegensatz zu Salerno sehr rückständig ist. Also wird ihr sarazenischer Helfer Mansur als Arzt getarnt und sie spielt die Assistentin.
Adelia begeistert den Leser durch ihre ganz eigene Art, denn manchmal ist sie so gar nicht weiblich. Wenn sie über die Toten spricht, wird die kalt und wissenschaftlich, um Abstand zu gewinnen. Die Obduktionen wirken etwas morbide und machen aus Adelia die "Bones" des Mittelalters.

Der Stil ist schlicht, so wie Adelia und leicht zu lesen, weiß trotzdem zu begeistern. Der Leser bekommt Nachhilfe in Englischer Geschichte und Kreuzzüge und dort auch die nicht so netten Seiten.
Leider leiden unter diesem Stil ein paar Szenen, in denen ich mir als Leser mehr tiefe gewünscht hätte. Da es aber wiederrum nicht zu Adelias Art passen würde, sind sie recht knapp gehalten. Andere Szenen hingegen, ufern geradzu aus, was noch lange nicht heißt, dass sie deswegen schlecht sind.

Eigenartig fand ich, dass man 100 Seiten vor Schluss schon wusste, wer der Mörder es und es die letzten Kapitel nur darum ging, das zu beweisen.
Am Ende wird Adelia vom König selbst dazu gezwungen, in England zu bleiben und damit wurde der Auftakt zu einer Reihe geschaffen, die insgesamt aus vier Bänden besteht.
Hinzu kommen noch "Die Todeshaube", "Der König und die Totenleserin" und "Der Fluch der Totenleserin".
Ariana Franklin - mit bürgerlichem Namen Diana Norman - bekam insgesamt für ihre "Mistress of the Art of Death"-Reihe drei Preise. Leider verstarb sie im Januar dieses Jahres.

Wer auf CSI im Mittelalter steht oder schon ein großer Fan von "Tod & Teufel" oder "Der Medicus" ist, sollte sich dieses Buch gönnen.

Von mir 4 von 5 Skulls!



Eure Sy

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen