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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Buch - Die Stadt der verkauften Träume von David Whitley







Titel: Die Stadt der verkauften Träume
Autor: David Whitley
Genre: Fantasy
Seiten: 381 

Verlag: Goldmann Verlag





 





Die Rezension:

Der Klappentext:
Ein magischer Roman um Gut und Böse, Macht und Unrecht, Liebe und Verrat.
Glück kann sich in Agora nicht jeder leisten. In der Stadt, in der man Gefühle, Gedanken und seine Kinder eintauschen kann, hat alles seinen Preis. Und der kann sehr hoch sein. Lilly und Mark wissen das nur zu gut. Beide fristen ihr Dasein als Untergebene des berühmten Astrologen Graf Stelli, ohne zu ahnen, wie sehr ihr Schicksal mit dem von Agora verbunden ist. Denn es gibt ein mysteriöses Dokument, auf dem ihre Namen stehen, und es gibt Menschen, die ihr Schicksal genau verfolgen…


Schon zu Beginn der Geschichte befindet sich der Leser so gut wie mitten in der Handlung. Mark erwacht in einem Zimmer aus Stein, nachdem ihn ein Schnitter geholt hatte. Sofort drängen sich dem Leser diverse Fragen auf, die einem zum Weiterlesen animieren.
Kurz darauf begegnet er Lily, einer Dienerin, die ihm erklärt, wo er sich befindet und was passiert war. Zuerst zusammen, und später getrennt, lernen sie das Leben kennen und den Willen für etwas zu kämpfen.
Die Entwicklung geht bei beiden in eine andere Richtung, was das Lesen noch interessanter macht. Sie waren beide ganz unten, waren arm und wurden verkauft.

Mark ist 12 Jahre jung und noch ein Kind, als sein Vater ihn an einen Arzt verkauft, nachdem er sehr krank geworden ist. Als Sohn eines Fischer kennt er das Leben in Armut und harte Arbeit. Vom Leben selbst und der »richtigen« Stadt hat er allerdings keine Ahnung. Am Anfang wirkt er noch sehr kindlich und naiv, teils sogar jünger, als er eigentlich ist, hat eine geringe Bildung und lebt in den Geschichten, die seine Mutter im erzählt hatte. Das ändert sich mit der Zeit und unter der Einweisung anderer. Er lernt lesen, schreiben, sich zu behaupten, Reichtum und Intrigen kennen. Er wird reifer und klüger, das äußert sich auch in seiner Denk- und Sprechweise. Sein Wandel hat mir gut gefallen, da ich erst Bedenken, wegen des Alters hatte. Doch er lernt schnell erwachsen zu werden und nur noch selten kommt seine Unsicherheit und Naivität durch. Allerdings scheint er später seinen Blick für das Wichtige und Richtige zu verlieren. Da wurde er mir sogar etwas unsympathisch. Den Wandel fand ich aber sehr gut dargestellt, ebenso die Entwicklung. Er wirkt sehr echt und man spürt das Kind auch zwischen den Zeilen.

Lily ist nur wenige Monate älter als Mark. Sie war sechs Jahre jung, als sie von dem Waisenhaus an den Grafen verkauft wurde. Sie ist sehr selbstständig und wirkt wesentlich älter als sie eigentlich ist. Ihr größter Wunsch ist, dass sie den Turm, in dem sie arbeitet, verlassen und in die Stadt kann. Als sich ihr die Möglichkeit bietet, ergreift sie sie sofort. Später überredet sie den Doktor ihr Projekt zu unterstützen, dass sie mithilfe diverser Freunde am Leben erhält. Immer wieder trifft sie mit Mark zusammen. Diese Begegnungen verdeutlichen sehr gut die Unterschiede zwischen den Beiden und die Richtung, in die sie sich entwickeln. Lily wird immer selbstbewusster und entwickelt sich weiter. Auch die Suche nach ihrer Familie nimmt sie wieder auf.

Die Personen sind sehr gut ausgearbeitet und oft nicht so, wie sie erscheinen. Hinter vielen verbergen sich Geheimnisse, die erst nach und nach ans Licht kommen. Oft sind sie sympathisch, bei manchen wusste ich aber auch nie, wie ich sie einschätzen sollte. So kamen manche Wendungen auch sehr unerwartet. Doch sie haben das Buch voran getrieben, es war spannend zu sehen, wie sich alle und alles entwickeln/-t.
Gefallen hat mir auch, dass die Personen alle miteinander verbunden sind. Die Beziehungen zwischen ihnen könnten unterschiedlicher nicht sein, so kommen auch manche Details ans Licht, mit denen man nicht mehr gerechnet hatte. Andere Verbindungen dagegen waren vorhersehbar und dennoch hat es der Autor geschafft eine (kleine) Wendung einzubauen. So hatte man nie das Gefühl, dass jetzt noch jemand eingeführt wurde, nur damit es noch jemanden gibt, sondern hatten alle eine bestimmte Funktion.

Zudem war auch die Gesellschaftsidee sehr gut umgesetzt. Die Stadt, deren Aufbau, die Probleme und die Verbindungen waren sehr gut dargestellt und auch etwas neues. In der Stadt hat alles seinen Preis, alles wird eingetauscht, sogar Gefühle können abgegeben werden. Es orientiert sich schon an bestehenden oder vergangenen Gesellschaften, dennoch fand ich es sehr gut umgesetzt. Ein bisschen wie poliert und neu aufgelegt ;) Ein Grund, warum ich mir auch den zweiten Band gekauft habe, denn da gibt es eine neue gesellschaftliche Ordnung.

Zum Inhalt habe ich ja schon einiges verraten. Im Großen und Ganzen fand ich es sehr gut umgesetzt, spannend geschrieben und schnell zu lesen. Das Mitternachts-Statut wird erst wesentlich später und dann auch nicht so ausführlich angesprochen, wie gedacht. Ich vermute, dass es vor allem in den nächsten Büchern noch von Bedeutung sein wird.
David Whitley watet mit schönen Beschreibungen auf. Die Welt bzw. die Stadt wird ebenfalls gut beschrieben, sodass der Leser immer weiß, wo er ist, wie es aussehen könnte, ohne aber von Informationen erdrückt zu werden. Ich persönlich hätte mir gern einen Plan der Stadt gewünscht, aber ohne ließ es sich auch gut orientieren.
Das zentrale Thema: die Sterne wird auch wunderbar umgesetzt und taucht immer wieder auf. Es steckt im Aufbau der Stadt, in ihrem Glauben und in den Menschen.Ein schöner Aspekt, der auch von Lesern gemocht werden kann, die nicht so viel Wert auf Sternenkunde legen.

Das Zusammenspiel der Idee, der Figuren und der Gesellschaft machen das Buch lesenswert! Mich hat zwar erst das Alter der Hauptfiguren abgeschreckt, aber das wurde ja gut gelöst. Das Ende lädt zudem zum Weiterlesen ein. Der zweite Band, steht auf der Liste.

Ein interessantes Buch für jeden Fantasy Fan ;) Vier Skulls von mir und ich bin gespannt, wie es weiter geht!

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