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Freitag, 5. Oktober 2012

Buch - »Der König und die Totenleserin« von Ariana Franklin









Titel: Der König und die Totenleserin
Autorin: Ariana Franklin
Verlag: Weltbild
Genre: Historischer Roman
Seiten: 416








England 1176
Das Kloster von Glastonbury, das alte Avalon, wird bei einem großen Brand zerstört und zwei unbekannte Skelette werden auf dem Friedhof gefunden. König Henri II. Muss sich gerade mit aufständischen Walisern herumschlagen, die auf die Rückkehr ihres legendären Königs Arthur hoffen. Handelt es sich etwa bei den beiden Skeletten um die Sagengestalt und seine Frau Guinivere?
In ganz England gibt es nur eine Person, die das herausfinden kann: Adelia, die Totenleserin. Gemeinsam mit ihren Freunden Mansur und Glytha, sowie ihrer Tochter Allie reist sie nach Glastonbury, um das Geheimnis der Toten zu entschlüsseln. Der Auftrag ist gefährlicher und komplizierter als gedacht und die Anwesenheit von Rowley, Adelias wahre Liebe, macht es nicht einfacher.
Schnell muss Adelia nicht nur die Toten identifizieren, sondern den Brandstifter finden, eine Zehnschaft retten, sich gegen Wegelagerer wehren und ihre Freundin Emma suchen.

»Der König und die Totenleserin« ist der dritte Teil der Misstress of the Death – Reihe von Ariana Franklin. Adelia lebt immer noch in England und wird von dem König zu ihrem nächsten Fall gerufen.
Wiedereinmal überzeugt der Roman durch historische Feinheiten, Ambiente und passenden Stimmungen. Die Autorin weiß, mit wenigen Worten die Szene lebendig werden zu lassen und sehr sanft geschichtliches Wissen einzustreuen. Das macht es sehr schön zu lesen und lässt einen in diese Welt eintauchen, so dass man es auch mal verschmerzt, wenn einige Seiten an sich nicht viel passiert. Aber die Darstellung von Edelfrauen, ihren Kämpen und Gerichtskämpfen oder die Beschreibung von Reitertrossen ist zu gelungen. Dabei wird es so ehrlich erzählt und nicht zu sehr romantisiert, wie man es bei Rittern und Arthur meinen könnte.

Besonders gelungen ist der Wandel Adelias. Im ersten Buch erscheint sie noch als sehr kalt und distanziert. Sie ist ein sehr kopflastiger Mensch, was sich auch in der Sprache des Romans widerspiegelte, in der Beschreibungen. Mittlerweile hat sich Adelia stark verändert, was vielleicht auch an ihrer Tochter liegen mag. Der Kopfmensch wird plötzlich empfänglich für Legenden und Sagen, hat sogar Träume über Guinivere. Wenn Rowley in ihrer Nähe ist, vergisst sie sogar sich selbst. Adelia, die früher eher praktische Kleidung bevorzugte, will sich plötzlich nur für ihn aufhübschen und verändern.
Das raue England macht die harte Adelia weicher und alleine um diese Entwicklung zu verfolgen, wird man zum Misstress of the Death Fan.

Nachteilig ist hier – ähnlich wie beim ersten Band – dass man schon sehr früh die Lösung der Falles kannte (etwa 80 Seiten vor Schluss). Danach folgte quasi nur noch ein langes »Und wenn sie nicht gestorben sind ...«. Wie immer muss sich Adelia dem König stellen und auch das Schicksal der anderen Charaktere wird ausgiebig aufgezeigt. Dieser ganze Teil ist ganz nett. Es liest sich leicht, denn man mag ja die Charaktere und möchte ja schon wissen, wie es mit ihnen weiter geht, aber eigentlich für den Krimi überflüssig.

Trotzdem finde ich die Reihe sehr ansprechend und da sie mit dem vierten Teil »Der Fluch der Totenleserin« komplett ist, werde ich so kurz vor Ende nicht abspringen.
Immer noch finde ich die Geschichten um Adelia sehr empfehlenswert für Fans von Büchern wie »Der Medicus« oder »Tod und Teufel«. Wer Interesse am Mittelalter und den passenden Details hat, wird auch mit der Totenleserin seine Freude haben.

Für mich – wegen dem eigenwilligen Ende – 4 von 5 Skulls.





Eure Sy

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