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Montag, 15. Oktober 2012

Buch - "Das Herz des Abwûn" von E.M. Jungmann







Titel: Das Herz des Abwûn
Autorin: E.M. Jungmann
Verlag: Epidu
Genre: Fantasy
Seiten: 353











Als das junge Mädchen Ellen zum ersten mal ihre Periode bekommt, ist ihr Leben, wie sie es bisher kannte, vorbei.
Die Kgenmar - eine echsenartige, humanoide Rasse - entreißen sie ihrer Mutter und bringen sie zu kgenmarischen Schneidern, wo sie ihre Ausbildung beginnt. Vor 400 Jahren, als die Menschheit kurz davor war, sich selbst auszurotten, schickte eine höhere Macht - Abwûn genannt - die Kgenmar, um die Menschen vor sich selbst zu schützen. Die Menschheit empfindet diese Eindringlinge als grausam, tyrannisch und hat Angst vor ihnen.
400 Jahre später ist Ellen ein Teil einer Prophezeiung. Gezwungenermaßen wird sie mit dem zweitmächtigsten Kgenmar verheiratet und muss plötzlich nicht nur ihre Rasse retten.

Homo homini lupus! - Der Mensch ist seinen Menschen Wolf!
Diese soziologische These ist schon einige Jahre alt und bedeutet nichts anderes, als dass der Mensch eine höhere Macht braucht, die ihn kontrolliert, damit er sich nicht gegenseitig wie Wölfe zerreißt.
Diese Geschichte ist ein Beweis für diese These, denn wer die eigentlichen Bösen sind, wird einem schnell klar. Doch dazu später.

"Das Herz des Abwûn" ist ein schöner Standart-Fantasy-Roman. Es gibt die Guten, die Bösen, das drohende Weltende, eine Prophezeiung und eine reine, alles besiegende Liebe. Der Roman ist im positiven Sinne leichte Kost. Ich habe ihn während meines Umzuges gelesen. Die knappen Absätze und kurzen Kapitel laden dazu ein, das Buch ab und an mal weg zu legen, um eine Kiste auszuräumen.
Andererseits ist es manchmal auch irritierend, wenn ein Kapitel nur eine Seite hat. Ich meine, 49 Kapitel kennt man nur aus "Der Herr der Ringe" und das auch nur aus allen drei Büchern zusammen.
Durch diese Kürze geht manchmal viel Tiefgang verloren, den ich mir gewünscht hätte. Viele Charaktere sind zum Beispiel sehr eindimensional. Man erfährt z.B. von einem Menschen nur im Nebensatz, warum er die Kgenmar hasst. Wichtige Charaktere werden nur oberflächlich vorgestellt. Besonders die Kgenmar, die eigentlich eine spannende Rasse sind, gehen irgendwie unter. Gut, das ständige Berufen auf das Gesetz des Abwûn, macht sie irgendwie zu katholischen Chorknaben. Aber ihre Kultur im Ganzen wird mir zu wenig klar.
Desweiteren wirken die Kgenmar nicht so böse und tyrannisch wie sie sollten. Ganz im Gegenteil. Am Anfang werden sie nicht so drastisch vorgestellt, sogar als recht nett gezeigt. Erst viel später begreift man, wozu sie fähig sind, aber das macht sie noch lange nicht böse. Mir war sofort klar, dass es sich hier um die eigentlichen Guten handelt.

Das Ende hingegen bekommt fast schon zu viel Tiefgang. Fast 40 Seiten lang wird man darauf vorbereitet und man wartet vergebens auf eine plötzliche Wendung. Diese Vorhersehbarkeit hat leider sehr viel Spannung raus genommen.

Alles in allem ist es eine schöne Geschichte über Toleranz, Vorurteile, menschliche Abgründe und den Glauben. Die Autorin erklärt im Vorwort, dass sie ihre Inspiration aus dem ersten Kapitel der Johannesoffenbarung und den politischen Weltereignissen der Jahrtausendwende hat. Spannende Grundidee, schön verpackt.
Meiner Meinung nach schreit das Ende nach einem zweiten Band und darüber würde ich mich auch freuen.

Wer also noch ein nettes Buch für Bus und Bahn sucht oder leichte Kost für den Nachttisch, dem kann ich "Das Herz des Abwûn" nur empfehlen. Vielleicht auch als schönes Geschenk. Besonders für "Fantasy - Einsteiger" geeignet.

Ich gebe dem Buch sehr gute 3 von 5 Skulls, da ich leider schon viel zu verwöhnt bin im Bereich Fantasyliteratur.



Mein Dank gilt an dieser Stelle der Autorin, für die Erweiterung meiner privaten Bibliothek, sowie der Plattform Blogg dein Buch! und dem EPIDU-Verlag für die kostenlose Bereitstellung des Romans.






Die Sy

P.S.: Wer denkt, der Roman spiele in einer mittelalterlichen Welt, wird sich wundern!

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