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Freitag, 5. Oktober 2012

Buch - "Aoife" von Anja Ollmert





Titel: Aoife
Autorin: Anja Ollmert
Verlag: Aavaa Verlag
Genre: Historischer Fantasy / Liebe
Seiten: 368 (eBook)
Preis: 6,99€ (eBook); 11,95 (Print)










Die junge Aoife (gesprochen Iwy) hat ein recht ansprechendes Leben. Sie ist Teilhaberin einer kleine Werbeagentur, hat ein schönes, kleines Häuschen und gute Freunde, doch leider führt sie dieses Leben noch recht einsam, da ihr Verlobter im Krieg fiel.
Ihr größtes Interesse widmet sie keltischen Sagen und Legenden, deren Bücher sie völlig gefangen nehmen. So geschieht es, dass sie in der Nacht zum 1. November wiedereinmal in einem dieser Texte versinkt und sich plötzlich im Irland des 8. Jahrhunderts wiederfindet am Lagerfeuer des edlen Helden Cúchulainn (gesprochen Kullen). Nun muss Aoife sich diversen sprachlichen Hürden, sowie gesellschaftlichen Unterschieden stellen, die ihr so fremdartig erscheinen und sie doch bezaubern. Die Liebe zu Cúchulainn lässt sie ihre Welt erst recht vergessen. Doch wird ihr Schicksal von Neidern gefährdet.

„Aiofe“ ist der Debütroman der Autorin Anja Ollmert und versucht die klassischen Merkmale eines Historienromans, Legenden und eine schönes Liebesgeschichte zu verbinden, so dass es viele Leser ansprechen kann. Keltische Sagen als Grundlage für einen Roman fand ich sehr interessant und diese Thematik neu interpretiert, lockte mich, diesen Roman zu lesen. Schließlich bin ich mit der Artus-Sage groß geworden.

Das einladende und wirklich schön gestaltete Cover lud einen dann noch mehr zum Lesen ein. Das Bild und die ganze Gestaltung ist wirklich so schön geraten, dass ich es mir ohne zu zögern als Plakat ins Arbeitszimmer hängen würde.

Auf den ersten Blick wirken die Namen der Protagonisten wohl etwas abschreckend, da sie nicht unbedingt schön zu lesen und meist noch schwieriger zu sprechen sind. Natürlich bleibt es nicht nur bei diesen beiden Namen und man sollte schon über ein dickes Fell verfügen, wenn man sich davon nicht abbringen lassen will. Als geprüfte Fantasy-Leserin (und das Genre ist prädestiniert für komplizierte Namen) konnte ich diese Hürde ohne Probleme meistern.

Leider gelang es mir nicht komplett in dieser Geschichte zu versinken, so zauberhaft sie mich auch lockte. Der Schreibstil ist leicht, lässt sich flüssig lesen und lässt die Seiten angenehm dahin plätschern, aber der Inhalt schien mir hier und da genauso seicht. Mir fehlte die Tiefe, die Gedankengänge der Personen, ihre Motivation, Zweifel, Ängste und vor allem die genau Beschreibung der Epoche (Kleidung, Tänze, Burg etc.). In diesem Punkt bin ich doch aus privatem Interesse sehr detailverliebt und irgendwie zog es an mir vorbei ohne einen wirklichen Eindruck zu hinterlassen. Natürlich konnte man sich selbst alles vorstellen und ausmalen, aber die Ulstermänner haben bei mir keine eigene Note hinterlassen.
Leider wirken die Charaktere durch die fehlende Tiefe auch sehr blass und eindimensional – wobei letzteres im positiven Sinne die Wirkung der Sage verstärkt. Aoife wirkte auf mich zu entspannt dafür, dass sie eine Frau des 21. Jahrhunderts war und scheinbar keine Ambitionen hatte, dorthin zurückzukehren. Und der einzige Charakterzug, der von ihr hängen geblieben ist, ist der Zahnbürstentick, der quasi immer wieder als charmanter Running Gag auftaucht.
Die seichte Geschichte verführt einen dazu, schnell zu lesen und so schafft man in kurzer Zeit viele Seiten. Sie hat – auch wenn sie mich nicht gefordert hat – mir einen verregneten Tag versüßt.

Ich denke, der Roman eignet sich für Leser, die mal eben was nettes zum Schmökern nebenher brauchen, wie Pendler im Zug oder ähnliches. Aiofe ist ein wundervolles Zweitbuch oder ein angenehmes Buch, dass man in einer stressigen Zeit so nebenher lesen kann.
Als Debütroman ist es eine stabile Leistung und der Rechercheaufwand beweist, dass eine ambitionierte Autorin hinter der Geschichte steckt, von der wir noch viel erwarten können.
Allerdings bin ich der Meinung, dass man aus dem Plot mehr hätte machen können. Und meine närrische Verliebtheit in penibel ausgearbeitete Charaktere lässt mich ein paar Minuspunkte geben.  Trotzdem von mir stabile 3 Skulls und die Hoffnung auf weitere Werke mit Mut zum Detail.



Eure Sy

1 Kommentar:

  1. Ich fand das Buch ok. Das Cover ist geil, aber die Story manchmal zu gewollt. Trotzdem merkt man dem Buch die Liebe an :-)

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